Glaser: Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit müssen Hand in Hand gehen

Bundesklimaschutzgesetz als wichtiger Schritt - Erneuerbare Energie ist nicht das Problem, sondern Teil der Problemlösung

Wien (ÖVP-PK) - Wenn Jean Ziegler, der Schweizer UN-Experte für Globalisierungsfragen, die Landwirtschaft und die Landwirtschaftspolitik in der EU für steigende Lebensmittelpreise und in der Folge für Hungerrevolten verantwortlich macht, dann hat er einen sehr engen Blickwinkel. Denn er lässt die zunehmenden Börsenspekulationen mit Nahrungsmitteln außer Acht, die explodierende Nachfrage in China und Indien sowie die Missernten, die durch den Klimawandel verursacht sind. Das sagte heute, Dienstag, der ÖVP-Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit, Franz Glaser. ****

Stellungnahmen wie jene Zieglers einerseits und die Diskussion um die Erfüllung des Kyoto-Ziels andererseits machen es Bürgern und Konsumenten nicht einfach. Sollen wir dem Klimawandel durch die Produktion erneuerbarer Energie Einhalt gebieten oder Nahrungsmittel im Überschuss produzieren, um die Preise gering zu halten? Wie glaubwürdig ist es, wenn Fachleute willkürlich einen Aspekt wie etwa steigende Lebensmittelpreise überbetonen, aber gleichzeitig den Aspekt des Klimawandels ignorieren? Nur der rasch gefundene Sündenbock ist immer derselbe: die Landwirtschaft.

In dieser Konfliktsituation sollten wir uns einiges in Erinnerung rufen:

  • Den Klimawandel aufhalten und das Kyoto-Ziel erreichen werden wir nur - nachdem Energiespar- und Energieeffizienzmaßnahmen ausgeschöpft sind - mit der Produktion erneuerbarer Energie.
  • Erneuerbare Energie gewinnen kann man nur aus der Sonneneinstrahlung und hier hauptsächlich über die Photosynthese der Pflanzen. Letztere binden CO2 und geben es bei ihrem Absterben wieder ab. Es ist in jedem Fall sinnvoller, diesen Umwandlungsprozess energetisch zu nützen als das CO2 wieder ungenützt in die Umwelt abzugeben.
  • Je mehr Grünmasse erzeugt wird, desto mehr CO2 kann gespeichert und energetisch neutral verbraucht werden.
  • Erneuerbare Energie sollte - wie es bei uns auch der Fall ist -hauptsächlich dezentral erzeugt werden. Weltweiter Transport erneuerbarer Energieträger ist kontraproduktiv. Die längst fällige Besteuerung von Flug- und Schiffstreibstoffen ist auch aus diesem Grund sinnvoll.
  • Wer die dezentrale Erzeugung und Verwendung von Energieträgern wie Biotreibstoff ablehnt, besorgt gleichzeitig das Geschäft für die Erzeuger von Erdöl und Erdgas. Eine dritte massentaugliche Energievariante ist nicht in Sicht. Soll hier der Klimaschutz kein Argument mehr sein?
  • Die Landwirtschaft hat neben Nahrungsmitteln immer auch Energie in Form von Futter für ihre Arbeitstiere erzeugt. Zu diesem Kreislauf müssen wir zurückkehren, wenn wir die drohenden Klimaveränderungen verhindern wollen.
  • Es ist nicht seriös, Europas Klimapolitik, die weltweit beispielgebend ist, für Hungerrevolten verantwortlich zu machen. An den Pranger gestellt werden sollten Regierungen und skrupellose Unternehmer, die Profit und Eigeninteressen über die Interessen der Bürger und den Klimawandel stellen. Hier dürfen wir durchaus auch die Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien mit ihren zehnprozentigen Wachstumsraten in die Verantwortung einbinden.

Für gesamthaften, nachhaltigen Klimaschutz wird eine weltweite Entwicklungszusammenarbeit noch wesentlich wichtiger werden. Nur eine international abgestimmte Klima- und Wirtschaftspolitik wird das Überleben unserer Erde sichern - gegenseitige Schuldzuweisungen bringen hier nichts.

"Internationale Abkommen brauchen ihre konsequente Umsetzung auf nationaler Ebene. Daher begrüße ich die Ankündigung von Umweltminister Josef Pröll, ein Bundesklimaschutzgesetz in Auftrag zu geben. Das wird der Sachlichkeit auf allen Ebenen nur gut tun und den Blick über den eigenen Schrebergarten hinaus erleichtern", schloss Glaser.
(Schluss)

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