Umbau des Energiesystems - Schlüssel für erfolgreiches Klimaschutzgesetz

Förderung kalorischer Großkraftwerke konterkariert Klimastrategie

Wien (OTS) - "Der Österreichische Biomasse-Verband begrüßt den Vorstoß von Bundesminister Josef Pröll für ein Klimaschutzgesetz", erklärt Heinz Kopetz, Vorsitzender des Verbandes. "Allerdings kann ein solches Gesetz nur Erfolg bringen, wenn es damit zu einer neuen Energiepolitik kommt." Etwa 80 % der Treibhausgasemissionen stammen aus der Verwendung von Energie - Energie als Wärme zur Heizung von Gebäuden und für Produktionsprozesse, Energie als Strom für verschiedene Zwecke sowie Energie als Kraftstoff im Verkehrssektor. Da der Großteil der Treibhausgase aus dem Verbrauch fossiler Energieträger stammt, kann eine Klimastrategie nur erfolgreich sein, wenn sie an der Wurzel des Problems ansetzt - am Umbau des Energiesystems hin zu Energie sparen, Effizienz verbessern und erneuerbare Energien forcieren. "Daher ist es auch nahe liegend, dass die Kompetenzen für Klimaschutz, Energiewirtschaft und Verkehr in einer Hand zusammengefasst sind, so wie dies in der Schweiz der Fall ist", betont Kopetz.

4 bis 5 Millionen Tonnen mehr an CO2 durch Förderung fossiler Kraftwerke im Ökostromgesetz

Ein aktuelles Beispiel für die Notwendigkeit einer Neuorientierung der Energiepolitik ist derzeit die Stromwirtschaft. Gefördert durch das aktuelle Ökostromgesetz sind derzeit neue kalorische Großkraftwerke in Planung oder Errichtung, die nach Fertigstellung 4 bis 5 Millionen Tonnen CO2 emittieren werden. Selbst wenn es gelingt - was absolut sinnvoll wäre - die Sanierungsrate von Altgebäuden auf 3 % im Jahr zu erhöhen, könnten damit bis 2020 nicht so viele Treibhausgase eingespart werden, wie die neuen fossilen Großkraftwerke der Stromwirtschaft emittieren werden. Wenn aber diese neuen Kraftwerke einmal gebaut sind, ist auf Jahrzehnte hinaus eine fossile Produktionsstruktur geschaffen, die die Reduktion von Treibhausgasen in der Stromwirtschaft unmöglich macht, es sei denn man legt diese Kraftwerke einige Jahre nach ihrer Errichtung wieder still.

Klimagipfel muss eine neue Strompolitik bringen

"Es ist daher tastsächlich dringend eine neue Gesetzgebung notwendig, die als erstes verhindert, dass neue Großemittenten von CO2 entstehen - noch dazu mit staatlicher Förderung", so der Vorsitzende. "Denn wenn der Staat tatsächlich auf der einen Seite den Ausbau fossiler Kraftwerke mit öffentlichen Mitteln fördert, wie dies mit dem aktuellen Ökostromgesetz geschieht, und gleichzeitig mehr Geld für die Einsparung fossiler Energie im Wohnbereich benötigt, darf sich niemand wundern, dass der Klimaschutz teuer und wenig erfolgreich ist." Der Österreichische Biomasse-Verband erwartet daher vom Klimagipfel eine Klarstellung zur Strompolitik - sie sollte Stromspar- und Effizienzmaßnahmen umfassen, eventuell als Teil eines Klimaschutzgesetzes, ein `Ökostromgesetz neu´ bringen ohne Behinderung des Ausbaues von Windenergie, kleinen Biomasseanlagen und Strom aus organischen Restprodukten und eine Neuregelung der Fernwärmeförderung in Verbindung mit Kraft-Wärme Anlagen vorsehen.

Foto von Heinz Kopetz unter:
http://www.biomasseverband.at/biomasse/?cid=214

Rückfragen & Kontakt:

DI Stephan Grausam
Österreichischer Biomasse-Verband
Franz Josefs-Kai 13, A-1010 Wien
Tel: +43-1-533 07 97-32
Fax: +43-1-533 07 97-90
E-Mail: grausam@biomasseverband.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BMV0001