PRÖLL: Biologische Landwirtschaft weiterentwickeln und für künftige Herausforderungen fit machen

Lebensministerium und BIO Austria präsentieren neues Bio-Aktionsprogramm

Wien (OTS) - Der Bio-Markt boomt, aber Betriebszahlen wachsen
nicht in Ausmaß der Nachfrage. Es werden weitaus mehr Bio-Betriebe benötigt. Das neue Bio-Aktionsprogramm soll Impulse dazu geben. "Wir müssen sicherstellen, dass wir der Nachfrage entsprechend in der Produktion mitwachsen. Klares Ziel ist, den Bio-Standort Österreich weiter auszubauen," so Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll heute anlässlich der Präsentation des neuen Bio-Aktionsprogramms.

"Die Weichen für Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft sind grundsätzlich im "Grünen Pakt für Österreichs Landwirtschaft" gestellt. Durch das Bio-Aktionsprogramm werden gemeinsame Strategien festgelegt und zusätzliche Impulse für den Bio-Standort Österreich gesetzt. Das Bio-Aktionsprogramm ist zusätzlich zu den Förderungen wichtig, um tatsächlich eine Bewegung entstehen zu lassen," so Pröll weiter.

Österreich ist im Bio-Bereich Spitzenreiter und hat in den letzten Jahren seinen Spitzenplatz im Biobereich weiter ausgebaut, obwohl Bio bereits ein internationaler Trend ist. Die biologisch bewirtschaftete Fläche wuchs im Jahr 2007 um 2,7 Prozent, damit haben wir einen Anteil von 16 Prozent Biofläche in Österreich. In absoluten Zahlen gibt es in Österreich 10.000 Hektar mehr Biofläche als im Jahr 2006, sie macht nun 371.000 Hektar aus. Die Zahl der Biobetriebe ist auf hohem Niveau konstant geblieben, mit rund 20.000 Biobetrieben hat Österreich einen Anteil von 14 Prozent Biobetrieben. "Österreich hat damit in Europa klar die Vorreiterrolle als Bioland Nr. 1, aber wir müssen viel tun, um weiter vorn zu bleiben," so Pröll.

Die Konsumentinnen und Konsumenten verlangen Bio-Lebensmittel. Im Lebensmittelhandel herrscht ungebrochener Bioboom, so ist der Gesamtumsatz von 2006 auf 2007 um 18 Prozent gestiegen (590 Millionen Euro). 65 Prozent der Bio-Lebensmittel werden über den Lebensmittel-Einzelhandel abgesetzt. Der Lebensmittelhandel spielt daher eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung der Biologischen Landwirtschaft, ohne den Lebensmittelhandel wäre die positive Entwicklung von "Bio" in Österreich nicht möglich. Eine bemerkenswerte Zahl ist, dass nur mehr 9 Prozent der Konsumenten nicht zumindest gelegentlich zu Bioprodukten greifen. Das heißt auch, das fast jeder Konsument die Marken kennt: Der Bekanntheitsgrad von Bio-Zeichen in Österreich stellt sich nach einer gestützten Umfrage des IGF (Institut für Grundlagenforschung) vom März 2008 wie folgt dar: "Ja! Natürlich" (Rewe) kennen 97 Prozent der Konsumenten, "Spar Natur Pur" (Spar): 91 Prozent. Das "AMA-Biozeichen" kennen 59 Prozent der Konsumenten, "Bio Austria" 47 Prozent, "Natur aktiv" (Hofer) kennen 43 Prozent.

Vordringliche Ziele des neuen Bio-Aktionsprogramms sind insbesondere die Position Österreichs als "Bioland Nr. 1" in der EU (gemessen am Anteil der biologisch bewirtschafteten Flächen) weiter zu halten. Der Anteil von Bio-Flächen an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche soll bis 2010 auf 20 Prozent gesteigert werden. Alle biologisch erzeugten Produkte sollen auch biologisch vermarktet werden und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln soll vor allem aus dem Inland abgedeckt werden können.

Ein wichtiges Ziel des neuen Bio-Aktionsprogramms ist, die Umweltleistungen der Biologischen Landwirtschaft (Förderung der Biodiversität, Schutz des Bodens, Wassers, Klimas usw.) verstärkt der Öffentlichkeit zu kommunizieren. So schützt etwa die Biologische Landwirtschaft das Klima. Gegenüber der herkömmlichen Landwirtschaft spart die biologische Landwirtschaft 60 % der CO2-Emissionen ein. Ein wesentlicher Punkt ist das Nichtverwenden des Handelsdüngerstickstoffs, der aus der Energie fossiler Energieträger stammt. Zudem ist die CO2-Bindung aufgrund der höheren Wurzelmassen der Hauptfrüchte, der höheren Flächenanteile der Zwischenfrüchte und Untersaaten (Humusaufbau) wesentlich besser.

Ein weiteres Ziel ist es, mehr Information über Bio-Erzeugnisse an Konsumentinnen und Konsumenten herantragen. Dies soll durch entsprechenden Unterricht in Schulen für junge KonsumentInnen, stetige Kommunikation mit den Medien und der Ausbildung der landwirtschaftlichen Informationsträger erreicht werden. Zielgruppen sind etwa junge und werdende Mütter (Bio-Baby-Box), Kindergärten und Horte (Gemeinschaftsverpflegung, Schuljause). Ein Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit sind auch Bio-Lebensmittel in Kombination mit Regionalität und Genuss. Das bedeutet eine verstärkte Zusammenarbeit mit der GENUSS REGION Österreich, wo das Lebensministerium einen erfolgreichen Weg der Regionalisierung gegangen ist. Heuer wurde erstmals eine BIO Genuss Region, die "Genuss Region Nationalpark Kalkalpen Bio-Rind" ausgezeichnet.

Die Effizienz- und Rentabilitätsverbesserung in der biologischen Produktion ist ein zentraler Ansatzpunkt in diesem Aktionsprogramm. So soll die Biologische Landwirtschaft für die künftigen Herausforderungen im kommenden Jahrzehnt vorbereitet werden. Das Aktionsprogramm neu ist ein Fitnessprogramm für die Biologische Landwirtschaft, es zielt umfassend auf die Weiterentwicklung der Biologischen Landwirtschaft. Daher wurden auch die Mittel für Beratung auf 8,5 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt, sagte Pröll abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0002