KöSt-Befreiung der Gemeinnützigen ist kein Steuerprivileg

Steuerfreiheit ist mit wirtschaftlichen Bindungen gekoppelt

Wien (OTS) - "Die Körperschaftsteuerbefreiung der Gemeinnützigen ist kein finanztechnisches Privileg, das eine freie Verwendung der Erträge erlaubt, sondern eine Regelung, die mit einer strengen Verpflichtung zum Einsatz dieser Gelder, einem Finanzierungsauftrag, unauflöslich gekoppelt ist", strich heute Mag. Karl Wurm, Obmann des Dachverbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV), hervor.

Wurm bezog sich dabei auf den Vorwurf von Thomas Malloth, Obmann des Fachverbandes der Immobilientreuhänder, die Gemeinnützigen könnten im Gegensatz zu den Immobilientreuhändern leicht ohne Maklerprovisionen auskommen, da sie durch "steuerfreie Honorare" finanziell überaus begünstigt werden.

Das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG) setzt der Ertragsbildung bei den GBV sehr enge Grenzen, anerkennt jedoch die grundsätzliche Notwendigkeit, dass die Gemeinnützigen - wie alle anderen Wirtschaftsunternehmen auch - Eigenkapital zur Stärkung ihrer Selbstfinanzierungskraft benötigen.

Wenn nun der Gesetzgeber den Gemeinnützigen eine Steuerbefreiung für ihre Erträge einräumt, so mache er das, präzisiert der GBV-Obmann, weil damit "zahlreiche Pflichten wie die Orientierung der Mieten an der Kostendeckung, eine Zweckwidmung des Kapitals für den Wohnbau und die Bindung des Vermögens im Unternehmen" einher gehen. Erträge der Gemeinnützigen bleiben im Unternehmen und kommen immer wieder für Wohnbauzwecke, sei es für die Grundstücksbevorratung, die Zwischenfinanzierung im Neubau und der Sanierung sowie für rd. 10% der laufenden Baukosten zum Einsatz. Eine Kapitalverwendung, von der im Sinne eines Generationenvertrages im Wohnbau nicht nur die aktuellen, sondern auch die zukünftigen Mieter profitieren.

Mit Mieten, die weit unter dem Marktniveau liegen und Sanierungsraten, die vor allem im thermisch-energetischen Bereich deutlich über den Werten anderer Bauträger liegen, funktioniere das System von Steuerbefreiung und wirtschaftlichen Verpflichtungen bei den Gemeinnützigen nachweislich sehr gut, stellt Wurm klar: "Bei uns kommen Erträge den Kunden zugute, bei gewerblichen Bauträgern können die Gewinne frei verwendet und privat konsumiert werden. Und bei unseren Wohnungen besteht auch nach Rückzahlung der Wohnbauförderung eine Preisbindung auf einem Niveau weit unter den Richtwerten, während die Privaten, die ebenfalls mit Förderungsmitteln Wohnungen errichten, ihre Mieten dann frei nach dem Markt kalkulieren können". "Wer über die Steuerbefreiung der Gemeinnützigen spricht, darf daher über die Verwendungspflicht der Erträge nicht schweigen", meint Wurm abschließend: "Wer nur die Steuervorteile sieht und die daraus resultierenden Verhaltensbindungen ausblendet, setzt sich dem Verdacht aus, Polemik der sachlichen Auseinandersetzung vorzuziehen".

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Mag. Karl Wurm
Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen
Tel. 01 / 401 09 10

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