Bures: Neuer Rekord bei den Gewaltschutzzentren

"Jede Frau, die Opfer von Gewalt in der Familie geworden ist, braucht unsere Unterstützung"

Wien (OTS) - Immer mehr Frauen, die Opfer von Gewalt in der
Familie geworden sind, suchen Hilfe bei den österreichischen Gewaltschutzzentren: 12.691 Frauen und Männer (92 Prozent Frauen, 8 Prozent Männer) wurden im Jahr 2007 von den österreichischen Gewaltschutzzentren betreut. Das sind um 1.543 Personen mehr (plus 13,52 Prozent) als im Jahr 2006. Im Vergleich zum Jahr 2001 ist das eine Steigerung von 172 Prozent.

Leider blieben aufgrund des seit Jahren bestehenden Budget- und Personalmangels der Gewaltschutzzentren in den letzten Jahren auch Personen unbetreut (2007: 479 Personen; 2006: 453). "Das gehört seit Jänner 2008 der Vergangenheit an", sagt Frauenministerin Doris Bures. "Wir werden Frauen in einer so schwierigen Lebenssituation nicht im Stich lassen. Alle Frauen, die Hilfe brauchen, werden diese auch erhalten", versichert Bures, die gemeinsam mit Innenminister Günther Platter eine 60prozentige Budgeterhöhung für die Jahre 2007 und 2008 erreicht hat (2006: 3,368 Mio. Euro; 2007: 5,459 Mio. Euro; 2008:
5,631 Mio. Euro).

Aufgrund dieser Budgeterhöhung haben die österreichischen Gewaltschutzzentren im Laufe des Jahres 2007 zusätzliches Personal aufgenommen, ihre Beratungstätigkeit ausgeweitet und/oder Außenstellen eingerichtet. Die oft schwer traumatisierten Frauen werden von den Gewaltschutzzentren psychologisch betreut, rechtlich beraten und bei praktischen Dingen des Lebens wie der Wohnungs- und Arbeitssuche begleitet.

Als einen Grund für den Anstieg der Fallzahlen bei den österreichischen Gewaltschutzzentren nennt die Frauenministerin eine "durchaus positive Entwicklung": Gewalt in der Familie werde durch verstärkte Bewusstseinsarbeit zunehmend aus der "Tabuzone der eigenen vier Wände herausgeholt". Immer mehr Frauen, die Opfer von Gewalt in der Familie werden, holen aktiv Hilfe; Nachbarn, Freunde und Bekannte schauen zunehmend hin und unterstützen die Frauen dabei, aus einer Gewaltbeziehung herauszukommen.

Bures sieht es auch als ihre Aufgabe als Frauenministerin, die notwendige Bewusstseinsarbeit zu leisten. "Wir können nicht oft genug darüber reden. Denn wenn man bedenkt, dass zwei von zehn Frauen mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von männlicher Gewalt werden, dann sehen wir, dass es sich bei Gewalt in der Familie nicht um eine Randerscheinung handelt." Die Frauenministerin wird deshalb u.a. rund um die EURO die Kampagne "Verliebt.Verlobt.Verprügelt" zur Bewerbung der Frauenhelpline gegen Männergewalt (0800-222 555) fortsetzen.

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