Leitl fordert Bildungskonto sowie Ausbau des Bildungsfreibetrags für Unternehmen

WIFI seit über 60 Jahren der Top-Anbieter für Weiterbildung in Österreich - 66% der WIFI-Kursteilnehmer erreichen interessanteres berufliches Tätigkeitsfeld

Wien (PWK270) - "Das Matchentscheidende Thema unseres Landes ist Bildung, daran wird sich künftig Erfolg oder Misserfolg vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht entscheiden", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl heute anlässlich einer Pressekonferenz zum Thema "Bildung-Weiterbildung-Lebenslanges Lernern", bei der auch eine WIFI-Weiterbildungsstudie präsentiert wurde.

Das WIFI, das seit nunmehr über 60 Jahren in Österreich auf dem beruflichen Weiterbildungssektor aktiv ist, ist in diesem Bereich der größte private Anbieter in Österreich. Alleine im Vorjahr nützten 300.000 Österreicher das WIFI-Kursangebot und ließen sich in 1,3 Millionen Kursstunden von 12.000 WIFI-Trainern weiterbilden. In der vom ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) durchgeführten Studie erklärten 66% der WIFI-Kursteilnehmer, dass sie durch den Besuch eines WIFI-Kurses danach ein interessanteres berufliches Tätigkeitsfeld erreichen konnten und 40% gaben sogar an, in eine höhere Gehaltsstufe aufgerückt zu sein. Leitl: "Wer sich weiterbildet, verdient besser und ist besser gegen Arbeitslosigkeit abgesichert. Bildung lohnt sich - für jeden."

Trotz der erfolgreichen Arbeit im Weiterbildungssektor in Österreich, gelte es, sich nicht auf diesen Lorbeeren auszuruhen, denn "wir wollen in jedem Fall die inländischen Potenziale am Arbeitsmarkt bestmöglich ausschöpfen, bevor wir auf ausländische Fachkräfte zurückgreifen", so Leitl. Diesbezüglich stellte der WKÖ-Präsident zwei politische Forderungen: Erstens die Einführung eines allgemeinen Bildungskontos, in Anlehnung an das Bausparen, in das jeder Österreicher einen bestimmten Betrag einzahlt, wofür er dann bei Inanspruchnahme von Weiterbildungskursen vom Staate eine "Bildungsprämie" ausbezahlt bekommt. Bei der Annahme von 500.000 Bildungskonten mit einem monatlichen Sparbetrag von 30 Euro und einer Prämie von 30% ergeben sich Gesamtausgaben von 54 Mio. Euro für den Bund pro Jahr

Zweitens müsse, so Leitl, der Bildungsfreibetrag für Unternehmen für Weiterbildungsmaßnehmen ihrer Mitarbeiter von derzeit 20% auf 40% für Arbeitnehmer der Generation 45+ erhöht werden. In Anbetracht dessen, dass die Lebenserwartung steige und das faktische Pensionsantrittsalter langfristig angehoben werde, müssen Anreize für ältere Arbeitnehmer zur Weiterbildung geschaffen werden, da diese die Weiterbildungsangebote derzeit kaum in Anspruch nehmen. Leitl: "Der Abschluss einer Grundausbildung ist nicht das Ende, sondern der Anfang des Lernens, denn gerade bei einer alternden Bevölkerungsstruktur ist lebenslanges Lernen das Um und Auf des wirtschaftlichen Erfolges." Die Wirtschaftskammer wird diese beiden Maßnahmen in die Strategie der Regierung zum Ausbau des lebenslangen Lernens einbringen. Der Entwurf eines solchen Strategiepapiers steht kurz vor der Fertigstellung.

Michael P. Walter, Kurator des WIFI Österreich, ging in seinen Ausführungen auf die ibw-WIFI-Studie ein: "Mit einem Marktanteil von 20% ist das WIFi der Marktführer in der beruflichen Weiterbildung in Österreich." Bei fast allen Kursangeboten gab es im Kursjahr 2006/07 Zuwächse, insbesondere bei Persönlichkeitskursen (Coaching, Rhetorik, Präsentationstechnik, Kommunikation etc.), branchenbezogener Weiterbildung (Tourismus-Management, Marketing, Verkauf, Werkmeisterschulen etc.), firmeninternen Trainings oder Sprachkursen. Für Kurse zu Management- und Unternehmensführung hält die Nachfrage auf gleichbleibend hohem Niveau, ebenso bei EDV-Kursen. Walter: "Die Kursdauer betreffend, sind zwei Tendenzen auszumachen. Einerseits nehmen intensive Ein- bis Zweitagesseminare unter dem Motto "Just in time, just in solution" zu, andererseits geht der Trend auch eindeutig zu längeren, qualitativ hochwertigen Ausbildungen." (BS)

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