"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Das späte Glück des Norbert D." (Von Carmen Baumgartner)

Ausgabe vom 11. April 2008

INNSBRUCK (OTS) - Man hat selten glückliche Momente als Verteidigungsminister", hat Ressortchef Norbert Darabos einmal gesagt. Was der Minister im Tschad über die österreichischen Soldaten und von ihnen selbst zu sehen und zu hören bekommen hat, dürfte bei ihm allerdings so viel Glückseligkeit hervorrufen, dass die Verbal-Watschen für den Einsatz von Seiten der Opposition und des Boulevards damit mehr als wettgemacht sind.

Es ist natürlich nicht nur späte Genugtuung für den Minister (diese ist ein ihm zu gönnender Nebeneffekt), dass die österreichischen EUFOR-Soldaten von allen Seiten gelobt werden. Selbst wenn man das Lob von jeglicher Diplomaten-Sprache befreit, bleibt unterm Strich das Faktum übrig, dass die heimische Truppe in Afrika einen ausgezeichneten Job macht. Vielleicht wäre Darabos‘ Glückspegel noch gestiegen, wenn er den Grünen Peter Pilz und andere Kritiker auf die Reise mitgenommen hätte - damit diese mit eigenen Augen sehen können, dass unsere Soldaten weder überfordert noch kreuzunglücklich sind. Spätestens mit der nun erfolgten Bestellung des Kontingentskommandanten Oberst Heinz Assmann zum Kommandanten sämtlicher Spezialeinsatzkräfte im Tschad müssen die Kritiker einsehen, dass am Vorwurf der Afrika-Untauglichkeit der Österreicher nichts dran sein kann. Oder würden sich sonst die Elitetrupps von Frankreich, Irland, Schweden und Finnland in die Hände eines Österreichers begeben?

Die EUFOR-Mission steht erst am Beginn und ist nur ein kleiner Mosaikstein zur Befriedung in einem komplexen Konfliktherd. Aber Österreich leistet einen ordentlichen Beitrag. Und darauf darf man durchaus stolz sein.

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