Neues Volksblatt: "Prinzessin" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 11. April 2008

Linz (OTS) - "Die Argumentation einer Oppositionspolitikerin" sei "eine andere als von zwei Regierungspolitikern". Der Satz, mit dem Eva Glawischnigs Büro gestern ihr Ausscheren aus einer offiziellen Erklärung des NR-Präsidiums rechtfertigen wollte, offenbart ihr politisches Dilemma. Sie schafft es nicht, parteipolitisches Engagement und die offizielle Funktion der NR-Präsidentin ausgewogen unter einen Hut zu bringen. Wenn ein Zeitungsmacher Abgeordneten dreier Parteien kollektiv Verfassungsbruch vorwirft, muss das Parlamentspräsidium einfach Vorrang vor der Parteipolitikerin haben. Bei Glawischnig verhält es sich meist umgekehrt. Der eigentliche Parteichef Van der Bellen ist öffentlich weitgehend abgemeldet. Glawischnig als "Kronprinzessin" hält das grüne Banner hoch. Das sei ihr durchaus gegönnt, sind ihre Chancen, eines Tages das Szepter in ihrer Partei tatsächlich zu übernehmen, mit Van der Bellens Erklärung, auch bei der nächsten NR-Wahl als Spitzenkandidat antreten zu wollen, doch massiv gesunken. So weit ist das auch ausschließlich Sache der Grünen. Die unselige Verquickung mit dem Amt der NR-Präsidentin ist freilich für das gesamte Hohe Haus ein Problem.

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