"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: "Eine Staatsposse"

Es geht nicht um die Zukunft der ÖBB, es geht um Moral und um Macht.

Wien (OTS) - Die frühere Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehrs AG, Wilhelmine Goldmann, wurde im Frühjahr 2006 in einem grausigen Schauspiel aus dem Unternehmen geekelt, weil sie in der Firma ein paar private Kopien für ihren Opernverein anfertigte. ÖBB-Chef Huber ließ damals ein Gutachten anfertigen, um diese "Verletzung der Treuepflicht" festzuhalten.
Er selbst fand nichts dabei, bei einem privaten Immo-Deal mit einem wesentlichen Partner des neuen Wiener Hauptbahnhofes Millionen zu scheffeln. Dass er viel zu wenig verdiene, beklagte Huber oft und ausführlich. Über die ÖBB-Spekulationsgeschäfte, die unter seiner Führung begannen und hohe Verluste brachten, darüber schwieg er dagegen. Wenn er nun selbst gehen muss, so ist das nur gut und richtig - selbst wenn er im Unternehmen einiges zuwege brachte.
Dass auch Gustav Poschalko den Vorstand verlässt, ist dagegen der politischen Farbenlehre zuzuschreiben: Wenn der "schwarze" Chef fällt, muss der "rote" Vize auch dran glauben. Das hat mit Moral wenig zu tun, da geht es nur um Macht und Einfluss. Es ist sicherlich von den Politikern zu viel verlangt, die staatliche ÖBB aus ihrem Ränkespiel komplett herauszuhalten, ekelhaft und unwürdig bleibt es dennoch.

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