"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Gefinkeltes Bedauern"

Wenn Politiker Fehler eingestehen, ist immer der andere schuld.

Wien (OTS) - Wenn sich Politiker entschuldigen, erfolgt das
selten mit einem offenen "Es tut mir leid". Viel gefinkelter wird das Eingestehen eines Fehlers im selben Zungenschlag zum Fehler eines anderen gemacht - etwa, dass sich der verletzt fühlt. Jörg "meinetwegen-entschuldige-ich-mich" Haider war ein Meister dieser Volte. Er umschrieb seine Rotzereien gerne mit "missverständlichen Aussagen" und bedauerte, wenn die jemanden verletzt hätten.
Die Tradition hat sich erhalten. Der steirische SPÖ-Chef entschuldigte sich vergangenes Jahr bei all jenen, die sich verletzt fühlten, weil er die ÖVP eine "genetisch bedingte bösartige Krebszelle" genannt hatte.
Die Gesundheitsministerin entschuldigte sich jetzt, "wenn es so angekommen ist" (die Ankündigung, dass Fingerprints auf die eCard sollen).
Und der Kanzler hat in einem Brief zugegeben, "dass ich auch Fehler gemacht habe". Nein, nicht der "Gesudere"-Sager oder Upgradings waren gemeint, sondern zu wenig gesagt zu haben, dass man mit dem Blockade-Partner ÖVP Kompromisse eingehen müsse.
Es tut uns übrigens leid, wenn sich jemand durch diese Fehlerkultur der Politiker verletzt fühlen sollte.

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