Bildungskonvent statt schulpolitischem Stückwerk

Frais: "Ein schlüssiges Gesamtbildungs- und Schulsystem soll in einem Bildungskonvent erarbeitet werden"

Linz (OTS) - Die unbestrittene Notwendigkeit einer breiten Bildungsreform in Österreich hat in den letzten Wochen zu einem Sammelsurium an Vorschlägen, Wünschen und teils unausgegorenen rechtlichen Initiativen geführt. Auf diese Art nähert man sich einem Wunschkonzert einzelner Wortspender und verliert ein zukunftsfähiges und an verbesserten Chancen für die Kinder orientiertes neues Bildungssystem aus den Augen. "Ich schlage vor, nach dem Muster des Verfassungskonvents einen Österreichischen Bildungskonvent einzuberufen - mit dem Ziel, innerhalb eines Jahres konkrete Ergebnisse vorzulegen", fordert KO Frais.

Zweifelsohne soll im Arbeitsprozess nach dem Best-Practice-Prinzip auf positive Erfahrungswerte anderer Länder zurückgegriffen werden. Auch ideologische Barrieren müssen zurückgenommen, stattdessen die schulische und persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen jedenfalls in den Vordergrund gestellt werden. "Dabei sind klare Kriterien (z. B. Chancengerechtigkeit, Förderung individueller Begabungen, soziales Verständnis) vorzugeben - es soll sichergestellt werden, dass die gesamtheitliche Planung des neuen Schulsystems diesen Erfordernissen bestmöglich entspricht", so Dr. Frais.

Ein Gesamtkonzept aus diesem Bildungskonvent wird schließlich zu beurteilen sein - so können isolierte Einzeldebatten vermieden werden, die lediglich Eltern und Schüler verunsichern und LehrerInnen demotivieren, argumentiert Frais. Denn solche Einzeldiskussionen treiben seltsame Blüten: die Auflösung des Landesschulratkollegiums als demokratische Einrichtung aus Eltern, Lehrern und Experten; die Verpflichtung der Lehrer zu einer 40-Stunden-Woche auf einem Arbeitsplatz von 60 cm2; die Auswahl der LehrerInnen durch die Direktionen; trotz des Wahlalters ab 16 Jahren kein Pflichtfach "Politische Bildung" einzurichten, während gleichzeitig die Forderung nach einem Pflichtfach "Ethik" im Raum steht. Dienst- und besoldungsrechtliche Fragen sind dagegen bis heute unbeantwortet. In welchem Ausmaß Finanzmittel und Personalressourcen generell zur Verfügung gestellt werden, ist eine Prämisse für weitere Überlegungen, die dringend einer Klärung bedarf.

"Unser Ziel ist ein modernes, an den Entwicklungschancen der SchülerInnen orientiertes Schulsystem in Österreich und kein Fleckerlteppich unterschiedlichster Vorstellungen. Deshalb fordere ich als Konsequenz daraus einen Österreichischen Bildungskonvent mit der Auflage, innerhalb eines Jahres dem Nationalrat einen zielorientierten Ergebnisbericht vorzulegen", fordert Dr. Frais.

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