Flugverkehr: Genaue Daten dank "virtuellem Flugradar"

LR Rein: Keine Verschiebung der Luftstraßen auf Kosten Vorarlbergs

Bregenz (VLK) - Mehrere europäische Flugstraßen führen quer über Vorarlberg. Nur rund fünf Minuten eines Flugs verbringen die Passagiere im Vorarlberger Luftraum. Vom Boden aus sind die Kondensstreifen der Triebwerke sichtbar. "Bisher hatten wir nur generalisierte Daten", informierte Verkehrslandesrat Manfred Rein heute, Donnerstag, in einem Pressegespräch im Landhaus. Mit der vom Land Vorarlberg finanziell unterstützten Initiative des Hittisauer Informatikers Dominik Bartenstein liegen nun umfassende Daten zum Flugaufkommen über Vorarlberg vor. Die Kontroll- und Dokumentationsfunktion des virtuellen Flugradars wird weiter ausgebaut, kündigte Rein an.

"Unsere Flugüberwachung Austrocontrol verweist auf die europäische Eurocontrol - und von der erhalten wir lediglich kumulierte Überflugszahlen ohne Angabe von Überflugshöhen oder Destinationen", so Rein. Das Land Vorarlberg ist aber bestrebt, genaue Daten über den Luftverkehr über Vorarlberg zu erhalten, "deshalb überwachen wir den Luftraum auf eigenen Antrieb als Argumentationsgrundlage gegenüber dem Bund", betonte der Verkehrslandesrat.

Rein bekräftigte in diesem Zusammenhang das Nein des Landes zu eine Verschiebung der Luftstraßen auf Kosten Vorarlbergs: "Angesichts von mehr als 100.000 Überflügen und jährlichen Wachstumsraten von bis zu zehn Prozent müssen wir sicherstellen, dass nicht Flüge im europäischen Luftraum nach Vorarlberg verschoben werden."

Flugradar

Im Auftrag des Landes hat der Informatiker Dominik Bartenstein eine Software entwickelt, welche alle empfangenen Flugdaten aufbereitet, aufzeichnet und einmal pro Tag automatisch an das Landesvermessungsamt Feldkirch übermittelt. Diese werden dort für weitere Auswertungen aufbereitet. "Mit diesem System ausgestattete Flugzeuge (derzeit ca. 60 Prozent aller Flugzeuge) senden kontinuierlich ihre Position, Flughöhe, Flugkennung, Flugzeugkennung und einige weitere Daten aus, die über eine Empfangsstation im Radius von ca. 200 km empfangen und ausgewertet werden können," informierte Bartenstein. Bis 2012 sollen sämtliche Flugzeuge erfasst werden können.

Zusätzlicher Standort

Die Empfangsstation befindet sich derzeit in Hittisau. Da es am Standort Hittisau zu Abschattungen der Antenne speziell gegen Westen hin kommt, können insbesondere die Flüge von/nach Friedrichshafen und Altenrhein nicht optimal erfasst werden. Deshalb wird vom Landesvermessungsamt Feldkirch noch vor dem Sommer eine weitere Empfangsstation mit freier Sicht nach Norden und Westen in Betrieb genommen - "wahrscheinlich im Raum Hard/Gaißau", so Peter Drexel vom Landesvermessungsamt.

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