Wehsely präsentierte Diabetesbroschüre für MigrantInnen

Wien (OTS) - Die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely präsentierte am Donnerstag im Rahmen des Fünften Wiener Diabetestages im Wiener Rathaus eine neue 12-seitige Diabetesbroschüre, die sich speziell an MigrantInnen richtet und außer auf Deutsch auch auf Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch aufgelegt wird. Wehsely: "Gerade für MigrantInnen gab es bislang zu wenig maßgeschneiderte schriftliche Informationen in Sachen Diabetes. Der Umgang mit der Krankheit Diabetes erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Eigeninitiative. Daher kann eine detaillierte und genaue Aufklärung die Lebensqualität von DiabetikerInnen erheblich steigern. Die neue Broschüre schließt diese Lücke." Die Broschüre "Mit Diabetes aktiv und bewusst leben" wird in allen Diabeteseinrichtungen der Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes erhältlich sein. Zudem wird die Broschüre unter www.wienkav.at/diabetes zum Download angeboten.****

Die Broschüre bietet allgemeine Aufklärung über die verschiedenen Diabetes-Formen, Anzeichen von Diabetes, Risikofaktoren und Lebensstil sowie zahlreiche Ernährungstipps. Informationen über Wiener Spezialambulanzen und Schulungsmöglichkeiten werden ebenso aufgezeigt wie die Therapieformen.

Prim. Univ. Doz. Dr. Peter Fasching, Abteilungsleiter der 5. Medizinischen Abteilung im Wilhelminenspital und Vorsitzender des Ausschusses "Gender und MigrantInnen" der Österreichischen Diabetes-Gesellschaft, betonte: "Natürlich kann die Broschüre die seit langem von den Wiener Diabetesambulanzen in verschiedenen Sprachen angebotenen Basisschulungen durch ExpertInnen nicht ersetzen, sie bildet aber eine sinnvolle und wichtige Ergänzung."

Bis 2030 40 Prozent mehr Zuckerkranke

Rund 60.000 Menschen in Wien leiden an Diabetes. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die Zahl der bis 2030 um rund 40 Prozent wachsen. Diabetes mellitus oder Zuckerkrankheit, wie der Volksmund sagt, ist eine Stoffwechselerkrankung. Im Normalfall reguliert das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin den Zuckergehalt im Blut. Wenn jedoch nicht ausreichend Insulin produziert wird oder seine Wirkung gestört ist, steigt der Zuckerspiegel im Blut an. Zeichen für erhöhten Blutzuckerspiegel sind: vermehrter Durst, vermehrtes Urinieren, Müdigkeit, Gewichtsabnahme, Sehstörungen und Anfälligkeit für Infektionen, z.B. im Genitalbereich.

Wer ist gefährdet, an Diabetes zu erkranken?

Diabetes mellitus kann bereits im Kindes- oder frühen Erwachsenenalter, meist auf Grund einer vorangegangenen Entzündung der Insulin produzierenden Zellen, auftreten (Typ 1). Beim Typ 2-Diabetes ist sowohl die Wirkung des Insulins als auch die nahrungsabhängige Abgabe von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse gestört. Dabei sind Übergewicht, ungesunde Ernährung (viel Fett und Zucker), wenig Bewegung, familiäre Häufung von Typ 2 oder frühere Schwangerschaftsdiabetes typische Risikofaktoren.

Von Schwangerschaftsdiabetes wird gesprochen, wenn etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche sich vorübergehend der Zucker- und Fettstoffwechsel im Körper der Mutter verschlechtert. Dies erfolgt in der Regel, damit die Versorgung des Kindes sichergestellt werden kann. Jede Schwangere sollte in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche einen Zuckerbelastungstest durchführen lassen. Hohes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes besteht bei Übergewicht, starker Gewichtszunahme in der Schwangerschaft, hohem Blutdruck, familiärer Vorbelastung mit Typ 2-Diabetes und mit zunehmendem Alter.

Niedergelassenen ÄrztInnen kommt bei Diabetes besondere Bedeutung zu

Besonders wichtig in der Versorgung von Diabetes-Erkrankungen sind die niedergelassenen ÄrztInnen. Das Programm "Therapie Aktiv -Diabetes im Griff", eine Kooperation der Stadt Wien mit den Wiener Krankenversicherungsträgern, wurde erst im Dezember auf ganz Wien ausgeweitet. Das innovative Disease Management Programm stärkt die Rolle von speziell geschulten AllgemeinmedizinerInnen und InternistInnen in der Versorgung von DiabetikerInnen. Die niedergelassenen ÄrztInnen übernehmen im Rahmen des Programms DiabetikerInnenschulungen in kleinen Gruppen und betreuen PatientInnen langfristig. Je nach individuellem Risikoprofil werden gemeinsam maßgeschneiderte Therapieziele festgelegt und in regelmäßigen Abständen der Therapieerfolg kontrolliert. Damit soll nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen gesteigert werden, es sollen auch nach Möglichkeit zum Teil schwere Folgeerkrankungen wie Erblindung, Herzinfarkte oder gar Fußamputationen vermieden werden.

Darüber hinaus bieten das AKH, die Rudolfstiftung, das Krankenhaus Hietzing, das Donauspital und das Wilhelminenspital PatientInnen Spezialambulanzen für Diabetes. Das Frauengesundheitszentrum FEM Süd im Kaiser-Franz-Josefspital führt Beratungen auf Deutsch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch durch. (Schluss) eg/bw/me

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