Kaske zum Personalnotstand: "Branche muss attraktiver werden"

WKÖ soll nicht nach mehr Saisoniers rufen, sondern überlegen, weshalb Fachkräfte gehen

Wien (vida/ÖGB) - "Außer Jammern und dem steten Ruf nach mehr billigen Saisoniers aus Mittel- und Osteuropa fällt Wirtschaftskammer und Hoteliervereinigung wenig zur Zukunft des touristischen Arbeitsmarkts ein", ärgert sich Rudolf Kaske, Vorsitzender der Lebensgewerkschaft vida: "Bei 169.000 ArbeitnehmerInnen im Tourismus ist die Zahl von 288 Köchen, die per Fachkräfteverordnung geholt wurden, keineswegs beunruhigend - das sind 32 Köche pro Bundesland. Das ist ein bisschen wie bei einem Souffle - viel heiße Luft." Kaske appelliert an die Wirtschaft für entsprechende Rahmenbedingungen zu sorgen und so die Branche attraktiver zu machen.++++

"Im Drei-Jahreszyklus werden 15.000 Tourismuslehrlinge ausgebildet, viele von ihnen verlassen rasch die Branche", ergänzt der vida-Vorsitzende: "Und das obwohl die Berufsbilder im Tourismus eigentlich viel zu bieten haben. KöchInnen werden mehr und mehr zu Stars und im Service und Hotelmanagement haben junge Menschen international hervorragende Chancen." Um sie national in den Tourismusberufen zu halten, sei aber mehr notwendig: Aus- und Weiterbildung, Verbesserung von Entlohnung, Arbeits- und Rahmenbedingungen, Karrierechancen und für die vielen engagierten Kolleginnen auch die Möglichkeit Beruf und Familie zu vereinbaren.

Kaske kritisiert: "Einerseits lehnt man in der Wirtschaftskammer einen Sonderkollektivvertrag für die Europameisterschaft ab, der Extras wie Nachtzuschläge oder Fahrtkosten der MitarbeiterInnen regeln könnte, andererseits ruft man ständig nach neuen billigen Arbeitskräften. Es ist höchste Zeit, dass die Wirtschaft ihre Verantwortung für die im Land befindlichen in- und ausländischen ArbeitnehmerInnen wahrnimmt."(kk)

ÖGB, 10. April 2008 Nr. 218

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