Plass/Grüne Wirtschaft: "Bartenstein ignoriert 200.000 Ein-Personen-Unternehmen"

Mittelstandsbericht des Wirtschaftsministers ist ein Armutszeugnis!

Wien (OTS) - "Die mittlerweile mehr als 200.000 Ein-Personen-Unternehmen sind eine tragende Säule der österreichischen Wirtschaft. Im Mittelstandsbericht von Wirtschaftsminister Bartenstein werden wir vollkommen ignoriert", kritisiert Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, der als Werbegrafiker in Wien-Neubau selbst eine Ein-Mann-Firma betreibt.

Im heute im Nationalrat diskutierten ´Mittelstandsbericht´ wird lediglich auf eineinhalb Seiten festgestellt, dass es das Phänomen der Ein-Personen-Unternehmen gibt und dass ´angenommen´ werden kann, dass es auch in diesem Bereich in den letzten Jahren zu einer dynamischen Entwicklung gekommen ist. "Durch solche Aussagen fühlt man sich schon ein wenig gerollt. Um das festzustellen brauche ich keinen Mittelstandsbericht, da reicht es, wenn ich mit offenen Augen durch meinen Bezirk gehe und die neuen EPU-Firmenschilder zähle", meint Plass.

Nach Ansicht der Grünen Wirtschaft muss ein EPU-Paket wesentlicher Bestandteil der bevorstehenden Steuerreform sein: "Im Bereich zwischen 33.000 und 55.000 Euro Brutto-Jahreseinkommen haben wir Selbstständige eine Grenzbelastung durch Sozialbeiträge und Einkommensteuer von 57,66 Prozent", erläutert Plass. "Wenn ich mit dem Rest des Geldes dann noch einkaufen gehe und Umsatzsteuer bezahle, wandern von jedem Euro, den ich dazuverdiene, fast zwei Drittel zur Sozialversicherung und zum Finanzminister. Für die mittelständischen Selbstständigen muss es beim Einkommensteuertarif zu einer deutlichen Entlastung kommen, auch ein Freibetrag bei der Sozialversicherung wäre sinnvoll und gerecht."

Fünf weitere EPU-spezifische Punkte stehen auf der Forderungsliste der Grünen Wirtschaft:

·Faire Gestaltung der Steuerbemessung für Einnahmen-Ausgaben-Rechner durch Einführung eines ´Gewinnvortrages´: In guten Jahren soll eine steuerbegünstigte Gewinnrücklage gebildet werden dürfen, die in schlechteren Jahre gewinnerhöhend aufgelöst werden kann.

·Erleichterung der Anstellung des/der ersten Mitarbeiter/in durch eine deutliche Anhebung des seit 1988 nicht veränderten Freibetrags für lohnabhängige Abgaben (§41 Familienlastenausgleichsgesetz) sowie durch eine Änderung des Neugründungsförderungsgesetzes: Begünstigung sollen nicht ab Betriebsgründung, sondern ab Anstellung des/der ersten Mitarbeiter/in in Anspruch genommen werden können.

·Pauschalierte Absetzbarkeit der Gesamtkosten eines Arbeitsplatzes, wenn kein eigenes Büro/Geschäft/Werkstatt vorhanden ist.

·Anhebung der Grenze für geringfügige Wirtschaftsgüter, die sofort zur Gänze abgeschrieben werden können, von 400 auf mindestens 1.500 Euro.

·Einführung einer degressiven Abschreibung mit mindestens 30 Prozent Wertverlust im Jahr der Anschaffung eines Anlagegutes.

"Die Ein-Personen-Unternehmen und Einnahmen-Ausgaben-RechnerInnen haben bei den Steuerreformen der letzten Jahre durch die Finger geschaut. Auch der Mittelstandsbericht zeigt, dass wir offenbar unter der Wahrnehmungsschwelle von Bundesregierung und Wirtschaftskammer liegen", meint Plass. "Die Grüne Wirtschaft wird bei der Steuerreform-Diskussion als starke Stimme der Ein-Personen-Unternehmen dafür sorgen, dass die Mehrzahl der österreichischen Unternehmen nicht ignoriert wird!"

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Volker Plass, Tel. 0676 / 303 22 60
http://www.gruenewirtschaft.at

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