AK: Schlechtbezahlte "McJobs" nehmen auch in Kärnten rasant zu

Goach: "Geringfügige müssen sozial besser abgesichert werden!"

Kärnten (OTS) - Die Zahl der so genannten "McJobs" mit weniger als 350 Euro Einkommen im Monat steigt auch in Kärnten sprunghaft an. "Im Februar gab es in Kärnten bereits 17.527 Menschen, die sich mit solchen Minijobs über Wasser halten müssen", verweist Präsident Günther Goach auf Berechnungen der Arbeiterkammer. Das sind um 60 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Geringfügige Beschäftigung ist vor allem weiblich. 12.173 aller Minijobs in Kärnten, das sind 70 Prozent, entfallen auf Frauen. Wer geringfügig beschäftigt ist, verdient im Monat maximal 349,01 Euro und ist nur unfall-, nicht jedoch kranken, pensions- oder arbeitslosenversichert. Somit besteht kein Anspruch auf Krankengeld. Und um finanziell über die Runden zu kommen, müssen viele Geringfügige zwei oder mehrere solcher Jobs annehmen. Daher fordert die Arbeiterkammer eine bessere soziale Absicherung für geringfügig Beschäftigte durch eine verpflichtende Einbeziehung in die Arbeitslosen- und Krankenversicherung.

"Die Vorteile für die Arbeitgeber haben zur Folge, dass immer mehr Vollzeitarbeitsplätze durch Teilzeit und Geringfügigkeit ersetzt werden, weil das einfach noch billiger ist. Dabei sind Minijobs allein nicht existenzsichernd. Lohndumping wird gefördert", warnt Goach.

Die Zahl der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten nimmt deutlich ab. Allein von 2003 bis 2007 sind 4.500 Vollzeitplätze verloren gegangen, hingegen 13.921 Teilzeitjobs und 1.647 geringfügige Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Inzwischen arbeitet jede zweite Frau in Kärnten in einem Teilzeitjob. "Dieser Strukturwandel ist für die Betroffenen mit einer Halbierung des Einkommens verbunden. Viele berufstätige Frauen sind daher trotz Erwerbsarbeit armutsgefährdet, weil sie nicht von ihrem Verdienst leben können", kritisiert Goach.

Angesiedelt sind die "McJobs" vor allem in den Branchen Handel, Tourismus und Reinigung, die frauendominiert sind. Einen weiteren Schub für die geringfügige Beschäftigung erwartet die Arbeiterkammer durch die Ausweitung der Öffnungszeiten im Handel und die Einführung der neuen Überstundenzuschläge bei Teilzeitarbeit. "Bevor sie Zuschläge zahlen, teilen viele Firmen die Arbeit einfach auf mehrere Köpfe auf", kennt man in der Arbeiterkammer die Tricks der Arbeitgeber.

"Außerdem kommt es bei geringfügig Beschäftigten besonders oft zu Verstößen gegen das Arbeitrecht. Viele Betroffene kennen ihre Rechte nicht, sind sozial schlecht abgesichert und werden schamlos ausgenutzt", kritisiert Goach.

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