AHS-Scholik zu Schilcher-Kommission: Schule braucht konkrete Verbesserungen - jetzt!

Lehrer/innen haben genug von bloßer Ankündigungspolitik

Wien (OTS) - Grundsätzlich offen zeigt sich die Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eva Scholik für etliche der heute publizierten Reformvorschläge der von BM Schmied eingesetzten Kommission.
Wie wenig durchdacht einzelne Punkte sind, zeigt Scholik exemplarisch auf:

"Wer von der österreichischen Bevölkerung mehr Mobilität fordert, gleichzeitig aber von jeder Schule verlangt, sich hinkünftig ihre eigenen Lehrpläne selbst zu "basteln" (O-Ton Schilcher), beweist Realitätsferne!" so Scholik an die Adresse der Schilcher-Kommission. "Ein Schulwechsel würde in einem solchen Fall zum Glücksspiel, von "verlässlicher Schule" quer durch Österreich bliebe wenig."

Scholik begrüßt grundsätzlich die Idee einer universitären Ausbildung in separaten Studienrichtungen. "Zu meinen, eine gemeinsame Grundausbildung auf Bachelorniveau für alle, von der Kindergartenpädagogin bis zur AHS-Lehrerin sei ohne Niveauverlust machbar, ist absurd. Zahlreiche Studien belegen, dass gerade bestens fundiertes Fachwissen essentieller Teil dessen ist, was erfolgreiches Lehren ausmacht. Diese Fachausbildung zur "Zusatzausbildung" im zweiten Studienabschnitt degradieren zu wollen, halte ich für fahrlässig!" so Scholik weiter.
Scholik hält fest: "Völlig inakzeptabel ist schließlich der Vorschlag, die ohnehin nicht gerade üppige Bezahlung der universitär ausgebildeten Pädagog/innen absenken zu wollen! Derartige Pläne stehen in diametralem Gegensatz zu den ständig geäußerten Beteuerungen, die besten Student/innen für die Lehramtsstudien gewinnen zu wollen!"

Die Erfahrungen mit der Umsetzung des Projektes "Klassenschülerhöchstzahl 25" lassen jedenfalls befürchten, dass ohnehin bloße Ankündigungspolitik betrieben wird, der keine Umsetzung folgt. "Die aktuelle SchOG-Novelle zur Senkung der Klassenschülerhöchstzahl stellt für diese medial schon so oft angekündigte Maßnahme gerade einmal ein Sechstel der dazu notwendigen Ressourcen zur Verfügung", kritisiert Scholik.
"Wir brauchen keine pädagogischen Luftschlösser, sondern endlich die tatsächliche Umsetzung gegebener Versprechen!" appelliert Scholik an die Unterrichtsministerin.

"Bei uns Lehrer/innen verstärkt sich der Eindruck, dass BM Schmied und ihre Expert/innentruppe immer dann mit großem Getöse Absichtserklärungen zur Verbesserung der Schulqualität verkünden, wenn es gilt, von der mangelhaften Umsetzung des "Projekts 25" abzulenken!", so Scholik abschließend.

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