"Gewaltpotentiale ernst nehmen, Vorbeugung verstärken"

LR Stemer: Ziel ist eine Schule mit gewaltfreiem Umgang und positiven Strategien zur Konfliktbewältigung

Bregenz (VLK) - Die Meldungen über Gewalt an Schulen zeigen die Notwendigkeit funktionierender Frühwarnsysteme. Auf vorhandene Gewaltpotenziale muss möglichst rasch reagiert werden. "Da solche Entwicklungen auch vor unseren Schulen nicht halt macht, wird ein breites Netz an vorbeugenden Maßnahmen und Unterstützungen aufgebaut", betont Schullandesrat Siegi Stemer. Dabei verweist er auch auf die gute Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendanwalt.

"Wir werden die Lehrpersonen voll unterstützen, weil sie mit ganz neuen Herausforderungen zu tun haben. Wir haben deshalb einen Spezialpool für zusätzliche Stunden geschaffen, der schon sehr gut angenommen wird", so Stemer.

Mit "Menschen.Schule." hat der Landesschulrat für Vorarlberg eine Plattform zur Förderung der Kommunikation als pädagogisches Schwerpunktthema ins Leben gerufen.

Weiters werden die Schulen durch Beratungslehrerinnen und -lehrer und Schulpsychologinnen und -psychologen sowie durch Schulsozialarbeit und spezifische Programme schulexterner Einrichtungen ("Freiräume", "Zickzack", "Out - die Außenseiter") unterstützt. "Viele Lehrpersonen nützen die Initiativen an ihrer Schule zur Gewaltvorbeugung", so Stemer.

Außerdem sind weitere Vernetzungen im Gange, die Maßnahmen der Elternbildung, des Antiaggressionstrainings, des sozialen Lernens etc. zum Inhalt haben.

Je nach Schultyp unterschiedliche Projekte

Bewährte Projekte gibt es bereits an Volksschulen (z.B. "Faustlos", "Eigenständig werden"). Den Schülerinnen und Schülern werden altersadäquate Kenntnisse in den Bereichen Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut vermittelt.

Weitere Schwerpunkte zur Konfliktlösung werden auch an den Hauptschulen angeboten: Im Rahmen der "Kennenlerntage" wird die Klassengemeinschaft gestärkt und werden soziale Schlüsselkompetenzen vermittelt.

An den Gymnasien und an anderen höheren Schulen stehen ausgebildete "Peers" im Rahmen der Schülerinnen- und Schülermediation als Ansprechpartner für Gleichaltrige zur Verfügung, um bei Konflikten Lösungen aufzuzeigen.

Neu: "Social networker"

Seit dem Schuljahr 2007/2008 gibt es an Vorarlbergs Gymnasien und Berufsbildenden Höheren Schulen "social networker". In einem dreisemestrigen Akademielehrgang wurden im Bereich der Kommunikation, Selbsterfahrung, Mediation, Supervision und Soziale Netzwerke Pädagoginnen und Pädagogen ausgebildet, um die sozialen Kompetenzen aller Schulpartner und die Kommunikation untereinander zu unterstützen. Diese besonders qualifizierten Lehrpersonen sind bereits engagiert im Einsatz.

Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung

Innerhalb der Fortbildung werden zahlreiche Seminare zum Thema Gewaltvorbeugung angeboten, so etwa zu den Themen "Verhaltensauffällige Kinder verstehen", "Notfall- und Krisenmanagement in der Schule", "Mobbing" usw.

Krisenmanagement

Von Seiten des Landesschulrates wird für Schulen ein gezieltes, situationsangepasstes Krisenmanagement auf der Grundlage eines schulspezifischen Krisenplans angeboten, wenn diese mit schwer wiegenden plötzlichen Ereignissen wie schweren Unfällen oder Todesfällen, Suizidgefahr oder Gewaltdelikten konfrontiert werden.

"Wir legen großen Wert darauf, dass sich die Schulgemeinschaften mit möglichen Krisensituationen befassen, um im Ernstfall richtig zu reagieren. Ziel ist es, Maßnahmen zur Gewaltvorbeugung flächendeckend an Vorarlbergs Schulen auszubauen, um destruktive Aggression und Gewaltbereitschaft bereits im Keim ersticken zu können", betont Landesrat Stemer abschließend.

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