"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Hübsche Theorie"

Die Schulreformvorschläge sind gut. Der Widerstand ist vorhersehbar.

Wien (OTS) - Mehr als 100 Seiten hat der Bericht der Schulreform-Kommission. Er ist nicht der erste mit diesem Umfang und Inhalt. Unzählige Experten haben sich in den vergangenen Jahren den Kopf darüber zerbrochen, wie das heimische Schulsystem besser und effizienter werden kann. Umgesetzt wurde nicht viel.
Ein grundlegender Umbau scheiterte stets an den üblichen Verdächtigen: Standesvertretern und Ländern. Die ÖVP bremste die Veränderungseiferer ebenfalls.
Paradebeispiel für die Reformresistenz ist die Schulverwaltung mit ihren Absurditäten. Pro Bundesland sind bis zu 250 Leute nur mit der Bürokratie beschäftigt. "Kleingartenzirkus" nennt das Kommissionschef Bernd Schilcher zu Recht. Auch sind die Schulen die einzigen Betriebe, in denen der Chef nicht bestimmen kann, wer für ihn arbeitet. Ein Anachronismus. Selbstverständlich soll sich ein Direktor sein Lehrpersonal aussuchen und von Minderleistern trennen können.
Die Bildungsministerin möchte all diese Schwachstellen beseitigen. Ihr Optimismus ehrt sie. Allerdings: Schon aus der großflächig angekündigten "Neuen Mittelschule" ist lediglich ein Pilotprojekt geworden. Warum sollte Claudia Schmied plötzlich ein großer Sprung über noch viel höhere Hürden gelingen?

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