Der Zweite Zwischenbericht der ExpertInnenkommission "Zukunft der Schule"

Wien (OTS) - Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten Univ.-Prof. Dr. Bernd Schilcher und Mag. Dr. Peter Härtel die Ergebnisse des Zweiten Zwischenberichts der ExpertInnenkommission "Zukunft der Schule" den Medien. Der Bericht, der bereits vergangene Woche Unterrichtsministerin Dr. Claudia Schmied übergeben wurde, nennt als oberstes Ziel die Weiterentwicklung des gesamten integrierten Bildungssystems, von der Frühkindpädagogik bis zur Erwachsenenbildung.

Seit dem Ersten Zwischenbericht im November 2007 hat die ExpertInnenkommission in ihrer Entwicklungsarbeit wichtige Schritte gesetzt. Stand damals neben grundsätzlichen Überlegungen noch die Erhebung der Erfordernisse für die Modellversuche Neue Mittelschule im Zentrum, konzentriert sich der Zweite Zwischenbericht auf Perspektiven und Herausforderungen des gesamten Bildungssystems. Die wesentlichen Zielsetzungen des nun vorliegenden 118 Seiten starken Konvoluts lassen sich auf folgende zentrale Botschaft zusammenfassen:
Jedes Kind hat das Recht, dass seine besonderen Fähigkeiten und Talente in der Schule entdeckt und bis zur Grenze seiner individuellen Leistungsfähigkeit entwickelt und gefördert werden. Darüber hinaus ist jedes Kind in der Pflichtschule willkommen, kein Kind wird zurückgelassen.

Fünf Handlungsfelder mit Reformbedarf

Die ExpertInnenkommission "Zukunft der Schule" beschreibt im Zweiten Zwischenbericht fünf vorrangige Handlungsfelder, auf die sich ihre erarbeiteten Lösungsansätze und Empfehlungen beziehen:

  • Frühförderung und Lebenslanges Lernen
  • Schul- und Lehrabbruch
  • Zusammenspiel von Qualität - Gerechtigkeit - Effizienz
  • das Spannungsfeld Schule - Eltern - Gesellschaft
  • Schule als kulturelles Zentrum

Zentrale Vorschläge der ExpertInnenkommission - unter anderem Teamteaching, soziale Integration, Entdeckung und Förderung der individuellen Talente, selbstgestaltendes Lernen, projektorientierter Unterricht sowie "Schule für alle" bis zum Alter von 14 Jahren -werden in den Klassen der Neuen Mittelschule ab Herbst 2008 bereits in die Praxis umgesetzt.

Weitere Empfehlungen und Lösungsansätze der ExpertInnenkommission behandeln unter anderem die Schulverwaltung und deren Effizienzsteigerung durch Reduktion der zuständigen Stellen und Ebenen, die verschiedenen Dienst- und Besoldungsrechte sowie die Ausbildung der PädagogInnen, die es zu vereinheitlichen und zu modernisieren gilt. Die ExpertInnen, die auch aktiv in den Ablauf des letzen Schulgipfels zum Thema "Lebensraum Schule - Arbeitsplatz Schule" miteingebunden waren, befürworten grundlegende Maßnahmen hinsichtlich Raumgestaltung und Architektur zur Verbesserung der Kommunikation innerhalb von Schulen.

Besondere Bedeutung kommt der Bewusstseinsbildung in Sachen Toleranz, soziales Verantwortungsbewusstsein und Gewaltlosigkeit bereits in der frühkindlichen Erziehung sowie der Einbindung von Kunst- und Kulturprojekten in den Unterricht zu.

Zur ExpertInnenkommission "Zukunft der Schule"

Bundesministerin Dr. Claudia Schmied hat - wie im Koalitionsabkommen festgehalten - eine ExpertInnenkommission zur Erarbeitung von Strategien und Modellen für die gesamte Schulorganisation eingerichtet. Die Kommission unter Vorsitz von Dr. Bernd Schilcher ist mit 16 nationalen und internationalen ExpertInnen aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur besetzt.

Die Aufträge der Regierung an die ExpertInnenkommission lauten:
Entwicklung von Strategien und Modellen für die gesamte Schulorganisation sowie Verbesserung der Bildungschancen der 10- bis 15-jährigen Schülerinnen und Schülern. Die Arbeit der ExpertInnenkommission erfolgt unabhängig von politischen Zielsetzungen und liefert dem Unterrichtsministerium Lösungsansätze und unverbindliche Empfehlungen zur Schulreform.

Die präsentierenden Personen:

  • Univ.-Prof. Dr. Bernd Schilcher war von 1989 -1996 amtsführender Präsident des Landesschulrates für die Steiermark. Bernd Schilcher ist ein anerkannter Bildungsexperte, der sich mit dem österreichischen Schulsystem intensiv auseinandersetzt. Er hat in der Steiermark die Realschule aufgebaut.
  • Mag. Dr. Peter Härtel ist Geschäftsführer der Steirischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft. Neben Lehrtätigkeiten an Universitäten und Fachhochschulen koordiniert und wirkt er in EU-und OECD-Projekten mit.

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