Niederwieser : Kritische Anmerkungen zum Expertenbericht, "aber wichtig, dass Reformzug auf Schiene"

Zweiter Zwischenbericht der "Schilcher-Kommission": Viele mutige Vorschläge, aber zu unkonkret bei gemeinsamer Schule

Wien (SK) - "Der Reformzug im Bildungsbereich ist nicht
aufzuhalten; nach Jahren des Stillstands kommt in die Bildungspolitik endlich Bewegung", freut sich SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser über die intensiven bildungspolitischen Debatten und die schon erreichten schulpolitischen Reformen. Zum zweiten ExpertInnenbericht zur Schulreform, der heute präsentiert wurde, hat er allerdings auch kritische Anmerkungen. "Der zweite ExpertInnenbericht enthält viele richtige und gute Vorschläge, freilich ist wenig neu, und vieles steht schon im Regierungsprogramm - und noch mehr in zeitgemäßen Bildungsprogrammen wie dem der SPÖ. Die eigentliche Aufgabe der Kommission hat sie aber bis jetzt nicht erfüllt", so kommentiert SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser den heute von Vorsitzendem Schilcher vorgestellten zweiten Zwischenbericht. Vor allem für den Bereich gemeinsame Schule hätte sich Niederwieser konkretere Vorschläge gewünscht, wie eine Reform der Schulorganisation gelingen kann. ****

Dabei ist es weniger der Inhalt als vielmehr die Art der Formulierungen, die Niederwiesers Kritik hervorruft: " 'Reduktion der Schnittstellen und Übergänge' - wer darin die gemeinsame Schule erkennt, muss schon Bildungsexperte/in sein." Niederwieser erinnert daran, dass diese Expertenkommission im Koalitionspapier im Kapitel "Schule der 10-15-Jährigen im Bereich der Schulpflicht" angeführt ist, und dass ihre Aufgabe vornehmlich darin besteht, die Auswirkungen der frühen Selektion mit dem 10. Lebensjahr zu bewerten und Modelle des Übergang zu einer gemeinsamen Schule zu entwickeln und im Detail zu beschreiben. Vorschläge zu Innovationen für den Vorschulbereich sind dann noch als Aufgabe dazugekommen.

"Da erwarte ich mir dann schon, dass dies mehr ist als eine Kommentierung der Neuen Mittelschule oder der Vorschlag zur Erstellung eines regelmäßigen Bildungsberichts, der ja schon im Koalitionspapier steht und dessen erste Ausgabe bereits in Arbeit ist", so Niederwieser.

Damit sollen die teils durchaus brisanten Vorschläge keineswegs gering geachtet werden, und Niederwieser anerkennt ausdrücklich "den Mut, auch heiße Themen anzugreifen und unbeirrt sachkundige Vorschläge zu machen: "Man sieht, dass viel zu tun ist. Und angesichts der Aktualität der Verfassungsdiskussion halte ich es auch für sinnvoll, sich mit diesem Bereich zu beschäftigen. Sollte es zu einer Behandlung dieser Materie unter Beiziehung von ExpertInnen im Verfassungsausschuss kommen, werden wir Prof. Schilcher sicher dazu einladen," so Niederwieser abschließend. (Schluss) ah

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