Dubiose Werbeveranstaltungen verboten, Waren beschlagnahmt

Langjährige Forderung der AKNÖ-Konsumentenschützer zeigt Wirkung

Wien (AKNÖ) - Seitdem die neue Gewerbeordnung strengere Regeln für Werbeveranstaltungen vorsieht, gehen Behörden härter gegen unseriöse Anbieter vor. In Zusammenarbeit mit Konsumentenschützern der Nö. Arbeiterkammer haben sie beispielsweise zwei Veranstaltungen untersagt und eine dritte aufgelöst. Hinter den Veranstaltungen steckte die gleiche Firma.

"Sonja Reisen" dürfte wenig erfreut gewesen sein, als die Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha zwei ihrer Werbeveranstaltungen untersagte. Entgegen den seit März gültigen Bestimmungen für Werbeveranstaltungen hatte Sonja Reisen die Verkaufsveranstaltungen in Gasthäusern nicht angekündigt. Die BH sprach daher ein Veranstaltungsverbot aus.

"Ein paar Tage später hat die Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf bei uns recherchiert, wie Sonja Reisen einzuschätzen ist", sagt AKNÖ-Konsumentenschützerin Christa Hörmann. Sonja Reisen ist jene Firma, die bei Werbeveranstaltungen unter anderem Matratzen um 1.000 Euro verkauft, deren Wert laut einem Sachverständigengutachten nur 75 Euro beträgt. Die BH Gänserndorf schickte darauf mehrere Mitarbeiter zu der Veranstaltung in einem Gasthaus, die sie sofort nach ihrem Eintreffen auflösten.

Entgegen den gültigen Bestimmungen hatte Sonja Reisen laut BH Bestellungen für orthopädische Matratzen und Bettwäsche entgegengenommen. Ein Kunde hatte eine Anzahlung von 500 Euro, ein Drittel des Kaufwerts geleistet, ein zweiter hatte sich einen Polster um 98 Euro gekauft, heißt es von der Bezirkshauptmannschaft. Insofern überraschend, als die Veranstaltung als Produktpräsentation des "Bio-Hof Kuhlmann und Weier" angepriesen worden war - von Bettwäsche und Matratzen war keine Rede. "Die Gewerbeordnung sieht vor, dass alle Produkte, die dort präsentiert werden, auf der Einladung angeführt werden müssen", sagt Hörmann. Und das Unternehmen hätte laut diesen Bestimmungen weder Bestellungen entgegennehmen, noch etwas verkaufen dürfen. Die BH beschlagnahmte die Waren.

Statt halber Sau Universalreiniger als Teilnahmegeschenk

Auch Gäste, die nichts kauften, dürften unangenehm überrascht worden sein. Im versprochenen Teilnahmegeschenk, in dem laut Einladung eine halbe Sau hätte stecken sollen, war von Schweinefleisch keine Spur. Im Päckchen waren Kräuterbalsam und eine Flasche Universalreiniger. "Wir stehen für Konsumentenanfragen unter der Nummer 05/7171 - 1315 zur Verfügung. Wir helfen jedem, der sich nach einer solchen Veranstaltung bei uns meldet", sagt Hörmann.

Auch in einem weiteren Fall hat es einen Erfolg gegeben: Die BH Horn untersagte eine Werbeveranstaltung eines zweiten Anbieters. "Die strengeren Regeln der neuen Gewerbeordnung, eine langjährige Forderung der AKNÖ, zeigt erfreulicherweise Wirkung", so die AKNÖ.

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AKNÖ-Konsumentenschutz, Christa Hörmann
Tel. 05/7171 - 1315
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