Grüne: Pröll verantwortlich für Antibiotika-Einsatz im Erwerbsobstbau in 7 Bundesländern

Pirklhuber: Grüne Bäuerinnen und Bauern fordern offensiven Einsatz von alternativem Hefepräparat gegen Feuerbrand statt Antibiotika-Einsatz

Wien (OTS) - "Umweltminister Pröll hat durch die Zulassung des Antibiotikums ‚Streptomycin’ für den Erwerbsobstbau Tür und Tor für eine großflächige Anwendung dieses laut WHO humanmedizinisch bedenklichen Produktes geöffnet", kritisiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. "Bis zum Stichtag 3. März sind daher von sieben Bundesländern - außer Salzburg und Wien - bei der AGES 5300 ha Erwerbsobstanlagen als potentielle Einsatzflächen für Streptomycin für das Jahr 2008 gemeldet worden. Das entspricht 68 Prozent aller Apfel- und Birnenanlagen im Erwerbsobstbau. Der Großteil der Flächen, nämlich 4600 ha oder 87 Prozent davon liegen in der Steiermark", informiert Pirklhuber.

"Da Feuerbrand aber nicht nur im Erwerbsobstbau vorkommt, sondern auch auf Äpfel- und Birnen in Streu- und Mostobstanlagen, auf Ziergehölzen, Weißdorn und Eberesche massive Schäden verursachen kann, ist die gewählte Strategie von vornherein zum Scheitern verurteilt", argumentiert der Grün-Abgeordnete, denn Streptomycin hat keine kurative Wirkung bei Feuerbrand, sondern kann lediglich den Infektionsdruck bei der Blüte kurzfristig unterdrücken.

"Im Sinne des Vorsorgeprinzips sollte daher auf den Einsatz dieses Antibiotikums zur Feuerbrandbekämpfung verzichtet und ein alternatives Hefepräparat, das mehrfach in Praxisversuchen getestet etwa 90 Prozent der Wirksamkeit von Streptomycin erreicht, forciert werden. Dieses Produkt wurde von österreichischen WissenschaftlerInnen entwickelt, ist am Markt erhältlich und sogar für den biologischen Landbau zugelassen" rät Pirklhuber. Laut Versuchen der AGES eignet sich dieses Präparat sogar für eine direkte Ausbringung selbst durch Bienen, die mit dem Hefepräparat bestäubt werden. Als "flying doctors" bringen sie das Präparat dann direkt in die Blüten der höchsten Birnen- und Äpfelbäume.

"Weiters muss die mechanische Bekämpfung (Ausschneiden befallener Pflanzenteile und Rodungen stark geschädigter Bäume) sowie eine Verhinderung der Verbreitung und Einschleppung vorrangig bleiben. Zusätzlich muss das Aussetzen von Pflanzen mit geringerer Anfälligkeit gegenüber Feuerbrand und das Züchten von feuerbrandtoleranten Obstsorten forciert werden", fordert der Grün-Abgeordnete.

"Bundesminister Pröll muss seine bisherige Strategie daher korrigieren und den betroffenen Erwerbsobstbäuerinnen und -bauern für die erhöhten Aufwendungen der Pflegemaßnahmen und den Einsatz des alternativen Pflanzenschutzmittels zum Schutz der Biodiversität, der ImkerInnen und damit letztlich der KonsumentInnen auch finanziell unter die Arme greifen", so Pirklhuber.

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