Arbeitskräftenachfrage erreichte im 1. Quartal neue Rekordmarke

AMS stockt Qualifizierungen für Metallberufe auf - Regionale Qualifizierungsprogramme im Herbst - Start der Aktion DREAM TEAMS zur Stellenakquisition

Wien (OTS) - Österreichs Wirtschaft sucht auch heuer dringend Arbeitskräfte. Mit insgesamt rund 370.000 gemeldeten Stellen hat das Arbeitsmarktservice (AMS), Österreichs größter Personalvermittler, bereits im Vorjahr einen Höchstwert erzielt. Die steigende Arbeitskräftenachfrage konnte das AMS auch heuer in hohem Ausmaß nutzen und den Stellenzugang weiter ausbauen. Mit insgesamt 113.315 zur Besetzung gemeldeten Stellen (plus 15.195 oder 15,5 % gegenüber 1. Quartal 2007) hat das AMS bereits im ersten Quartal einen neuen Rekordwert beim Stellenzugang erreicht. "Der Rekordzugang an offenen Stellen spricht für das Vertrauen der Unternehmen und für die Qualität unserer Dienstleistungen. Bei den gemeldeten Stellen handelt es sich vor allem um Ganztagesjobs", betonte Johannes Kopf, Vorstand des AMS. So waren im ersten Quartal 74 Prozent der gemeldeten Stellen Vollzeitarbeitsplätze, 16 Prozent Teilzeitjobs und bei zehn Prozent der gemeldeten Stellen waren für die Unternehmen beide Varianten möglich.

Alle Regionen profitierten vom Anstieg

Von der starken Arbeitskräftenachfrage profitierten alle Bundesländer. Den stärksten Stellenzugang im ersten Quartal verzeichneten Wien (gesamt 19.886, plus 4.292 oder 27,5 %), Niederösterreich (gesamt 18.867, plus 3.782 oder 25,1 %), Kärnten (gesamt 11.233, plus 1.925 oder 20,7 %), und das Burgenland (gesamt 3.722, plus 612 oder 19,7 %). Auch in der Steiermark (gesamt 15.756, plus 2.105 oder 15,4%), in Salzburg (gesamt 10.144, plus 1.293 oder 14,6 %), Vorarlberg (gesamt 4.814, plus 460 oder 10,6 %), Tirol (gesamt 8.790, plus 665 oder 8,2 %) und Oberösterreich (gesamt 20.103, plus 61 oder 0,3 %) gab es einen Stellenzuwachs. "Auch unsere Bemühungen um Stellen für Höherqualifizierte waren erfolgreich, so konnten unsere Mitarbeiter/innen in den vergangenen drei Monaten mit insgesamt rund 61.029 um 3.318 oder 5,4 Prozent mehr freie Stellen mit Lehrausbildungsniveau oder darüber akquirieren", so Kopf.

TopTen der am stärksten nachgefragten Berufe

Im ersten Quartal 2008 gab es eine starke Arbeitskräftenachfrage in Tourismusberufen: Die absolut meisten Stellenzugänge gab es für Kellner/innen (insgesamt 7.621, plus 1.085 oder 16,6 %), gefolgt von Stellen für Gaststättenköche/innen (insgesamt 4.789, plus 741 oder 18,3 %). Im Vergleich zum Vorjahr wurden um 32,7 % mehr Reinigungskräfte (4.698 oder plus 1.159) gesucht, die Zahl der gesuchten Hilfsarbeiter/innen lag bei 3.793, ging jedoch gegenüber dem Vorjahr leicht zurück (minus 55 oder 1,4 %). Ebenfalls unter den TopTen finden sich Warensortierer/innen (3.429, plus 171 oder 5,2 %), Lagerarbeiter/innen (3.350, plus 941 oder 39,1%), Kochgehilf/inn/en (3.090, plus 610 oder 24,6%), Kraftfahrer/innen (3.019, plus 551 oder 22,3%) und Portiers und Wächter/innen (2.842, plus 2.334 oder 459,4 %). Bei den Handwerksberufen waren Elektroinstallateure/innen (2.995, plus 611 oder 25,6 %) unter den TopTen der am stärksten nachgefragten Berufe.

"Nimmt man den Bestand der am Monatsende verfügbaren freien Stellen als Basis für das Ranking, so scheinen Schlosser/innen, Schweißer/innen und Verkäufer/innen ebenfalls unter den TopTen der am meisten nachgefragten Berufe auf", erklärte Kopf. Dies weist auf einen längeren Suchprozess und damit auf den Fachkräftemangel in den Metallberufen hin. So waren Ende März für den Beruf Schweißer/in fast fünfmal mehr freie Stellen als Fachkräfte gemeldet, bei den Dreher/innen war das Verhältnis 3:1 und bei den Schlosser/innen 2:1.

AMS baut Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel weiter aus

"Unserer Wirtschaft fehlen derzeit jedenfalls rund 6000 bis 7000 Fachkräfte. Dieser Mangel an Fachkräften ist dabei ganz sicher eine Wachstumsbremse für unsere Konjunktur. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft spricht sogar davon, dass Fachkräftemangel bis zu ein Prozent des Wirtschaftswachstums kosten kann. Regierung, Sozialpartner und Arbeitsmarktservice (AMS) haben rasch reagiert und eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, mit denen der Fachkräftemangel bekämpft und Betriebe bei der Suche nach Fachkräften unterstützt werden", betonte Kopf.

Der Großteil der Berufe, in denen Fachkräftemangel herrscht, sind klassische Lehrberufe. Daher setzt das AMS im Kampf gegen den Fachkräftemangel bei der Lehrausbildung von Jugendlichen sowie bei der Qualifizierung von Arbeit suchenden Erwachsenen an. "Derzeit gibt es neben den Metallberufen einen Mangel an klassischen Bau- und Technikberufen, aber auch in machen Dienstleistungsbereichen wie zum Beispiel bei qualifizierten Köchinnen und Köchen", so Kopf.

Schulungsoffensive "Projekt 20.000" und neue Programme im Herbst

Besonders stark ist der Fachkräftemangel in den Metallberufen. Um den Unternehmen trotzdem die gesuchten Fachkräfte vermitteln zu können, hat das AMS Mitte des Vorjahres eine Qualifizierungs-offensive für Metallberufe gestartet. "Bis Mitte 2008 werden wir rund 10.000 Personen, das heißt doppelt so viele Arbeitskräfte in diesem Bereich qualifiziert haben wie bisher. Dabei werden Schulungen mit Lehrabschlüssen, wie Facharbeiterintensivausbildungen für Erwachsene, aber auch Ergänzungskurse in einzelnen Fachbereichen angeboten, die das berufliche Einsatzspektrum erweitern, wie beispielsweise Kurse für technisch versierte Hilfsarbeiter, die zu Schweißern ausgebildet werden", erklärte Kopf. Da die Nachfrage nach Fachkräften im Metallbereich weiterhin hoch ist, wird dieses Qualifizierungsprojekt bis Mitte 2009 weiter fortgesetzt. Insgesamt können damit 20.000 Fachkräfte ausgebildet werden.

Im Herbst wird das AMS zusätzliche regionale Qualifizierungsprogramme zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in weiteren Berufsbereichen starten. "Derzeit laufen die Vorbereitungen dazu in den Bundesländern auf Hochtouren. So werden zum Beispiel in Oberösterreich spezielle Qualifizierungen für Fachkräfte im Bereich Finanzen/Buchhaltung oder in der Steiermark Schulungen für Mitarbeiter im Tourismus oder Gesundheitsbereich angeboten. Insgesamt sollen rund 2.500 bis 3.000 Fachkräfte davon profitieren", erklärte Kopf.

Fachkräfteverordnung: Bereits 949 ausländische Fachkräfte bewilligt

Durch die neue Fachkräfteverordnung ist seit Jahresbeginn die Beschäftigung von Fachkräften aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten aus 50 Mangelberufen möglich. Dazu gehören beispielsweise zahlreiche Bauberufe oder Spezialisten für die Metallverarbeitung, aber auch Optiker, Datenverarbeiter und Maschinenbauer. "Entscheidend für die Definition der Mangelberufe ist die Stellenandrangsziffer. Wenn in einem bestimmten Beruf auf eine Stelle weniger oder gleich 1,5 Arbeitsuchende kommen, so besteht Fachkräftemangel", erklärte Kopf. Für die Beschäftigung von Fachkräften aus den neuen EU-Mitglieds-staaten ist ein Antrag beim regionalen AMS notwendig, dort wird die Beschäftigungsbewilligung für ausländische Fachkräfte nur dann erteilt, wenn für die freie Stelle keine inländischen Fachkraft zur Verfügung steht.

Im ersten Quartal erhielten bereits 949 Fachkräfte aus den neuen EU-Ländern Beschäftigungsbe-willigungen. Die meisten Bewilligungen wurden für Köche/innen (288/30 %), Schweißer/innen und Schneidbrenner/innen (228/24 %), Maurer/innen (79/8%), Fleischer/innen (71/7 %) und Elektro-installateure/innen (43/5 %) ausgestellt. Der Großteil der Fachkräfte stammt aus Ungarn (503/53 %), gefolgt von der Slowakei (156/16 %), Polen (100/11 %), Slowenien 73/(8 %) und Rumänien (56/6 %).

Start der Aktion "Dream Teams" zur Stellenakquisition

Ab sofort startet das Arbeitsmarktservice (AMS) die Aktion DREAM TEAMS. Im Rahmen dieser Offensive zur Stellenakquisition unterstützen die Berater/innen des AMS Unternehmen dabei, die geeigneten Bewerber/innen für die DREAM TEAMS der Unternehmensbelegschaft zu finden. Das AMS bietet den Betrieben dabei individuelle Beratung, maßgeschneiderte Förderung sowie die Möglichkeit österreich- oder europaweit nach höher qualifiziertem Personal zu suchen. Die Aktion wird durch Mailings und Betriebsbesuche unterstützt und dauert bis Mitte Juni.

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