Kapeller: Tempo 100 weiter grüne Autofahrerschikane

Messreihe weist auf Wirkungslosigkeit des Tempolimits hin

Linz (OTS) - Im gesamten Jahr 2007 waren die Autofahrerinnen und Autofahrer auf der A 1 zwischen Linz und Enns einer starren Tempo-100-Beschränkung ausgesetzt. Seit Installierung der flexiblen Verkehrsbeeinflussungsanlage ist das nun nur mehr in gut einem Viertel der Zeit nötig.

"An sich ist die rechtskonforme Erlassung einer Geschwindigkeitsbeschränkung keine besondere Sensation. Es bleibt aber natürlich Grünen-Chef Rudi Anschober unbelassen, Strafen gegen Autolenkerinnen und Autolenker zu feiern. Tatsache ist allerdings, dass die von Anschober nun erneut veröffentlichten Zahlen zu den gemessenen Schadstoffwerten stark auf die Wirkungslosigkeit des Tempolimits hinweisen. Die Wetterlage hat jedenfalls mehr Einfluss auf die Messwerte als jedes Tempolimit", stellt Helmut Kapeller, Verkehrssprecher der SP OÖ im Landtag, fest.

Die von Anschober in den letzten Jahren veröffentlichten Zahlen ergeben ein klares Bild. In der heutigen Presseunterlage weist Anschober die Zahlen von 2005 bis 2007 aus. Wirft man allerdings einen genauen Blick auf die vom Ressort Anschober erhobenen Zahlen, dann relativiert sich die Einschätzung sofort. So hat es etwa im Jahr 2004 einen Jahresmittelwert von 52 bei NO2 (Stickstoffdioxid) gegeben. Ein Wert also, der unter dem Tempo 100 -Einführungsjahr 2007 liegt, wo der Wert 53 erreicht wurde.

Gesamte Zeitreihe :

2003: 57 2006: 60

2004: 52 2007: 53

2005: 56

"Nachdem nur im Jahr 2007 Tempo 100 verordnet war, muss es angesichts dieser Zahlen wohl andere Einflussfaktoren geben. Das zu untersuchen wäre die Aufgabe des Umweltlandesrates und nicht das Preisen der Tempo -100-Schikane", ergänzte Kapeller.

Sonderbar seien auch die Aussagen Anschobers zu einem Zitat aus dessen eigener Statuserhebung zu NO2 aus dem Jahr 2003, die er nun als SP-Behauptungen ausgeben möchte.

Dort heißt es auf Seite 19 zur den hohen Messwerten an der Messstelle Enns - Kristein wörtlich:

"Diese hohen Messwerte gab es immer zur gleichen Uhrzeit am frühen Abend. Das gab zu Spekulationen Anlass, dass vielleicht immer das gleiche hochemittierende Fahrzeug neben der Station geparkt hat". In einem folgenden Bericht im Februar 2006 wurde diese Aussage bereits als Tatsache dargestellt. Dort hieß es: "Wir führen die Belastungsspitzen auf mit laufendem Motor parkende Fahrzeuge zurück."

"Für die SP OÖ bleibt die Tempo 100-Beschränkung auf der A 1 zwischen Linz und Enns daher eine höchst fragwürdige Maßnahme gegen die Autofahrerinnen und Autofahrer. Mit echter Umweltpolitik hat das nichts zu tun", ist sich Kapeller sicher.

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