Schicker: Die Leopoldstadt boomt

Neue Impulse am Praterstern / Nordbahnhof (Zielgebiet Waterfront)

Wien (OTS) - Die Leopoldstadt boomt. Der Umbau des Bahnhofes Praterstern, die Verlängerung der U2 bis zum Stadion und nicht zuletzt die Euro 2008 sind wichtige Impulse für neue Entwicklungen. Die Messe Wien Neu, Viertel 2 und das neue Stadioncenter sind aktuelle Beispiele hierfür. Nicht nur an der U2-Achse, auch im Zielgebiet Waterfront des zweiten Bezirkes tut sich einiges. Eine der bedeutendsten innerstädtischen Flächenreserven der Stadt stellt das Areal des ehemaligen Nordbahnhofes dar", berichtet Stadtrat DI Rudi Schicker am Dienstag im Pressegespräch des Bürgermeisters. "In Hinblick auf das prognostizierte Wachstum der Stadt ist das unschätzbar wertvoller Raum in Zentrumsnähe und mit optimaler Verkehrsanbindung. Dort, wo sich heute noch Reste der alten Kohlenrutschen und Gleisanlagen des ehemaligen Nordbahnhofes finden, entstehen qualitativ hochwertige Wohnungen und Arbeitsplätze samt dazugehöriger Infrastruktur".

Auch am Praterstern stehen umfangreiche Veränderungen bevor. Auf der Seite des Tegetthoffdenkmals entsteht ein moderner Umsteigeknoten, ein neues Haus am Praterstern sowie ein langgestreckter Baukörper an der Nordbahnstraße.****

Neugestaltung des Praterstern

Nach Fertigstellung der Umbauarbeiten am Bahnhof Praterstern -dieser wurde am 4. April 2008 feierlich eröffnet und am 10. Mai wird die U-Bahn-Linie U2 in Betrieb genommen - ist der Weg frei für die Neugestaltung des Pratersterns. Gleich nach der Fußball-Europameisterschaft Euro 2008 wird auf Seite des Tegetthoffdenkmals mit dem Umbau nach den Plänen des Architekten Boris Podrecca begonnen. Die Straßenbahn- und Bushaltestellen werden neu geordnet. Die Verlängerung der Straßenbahnlinie O in das Nordbahnhofgelände wird in den Planungen bereits berücksichtigt. Ein gläsernes Flugdach schützt die wartenden Fahrgäste vor Witterungseinflüssen. Eine Pergola entlang der Ringfahrbahn wird den Platzbereich vom Autoverkehr abschirmen. Überdimensionale Pflanztröge, sogenannte "Grillagen" werden auch dort für ein grünes Erscheinungsbild sorgen, wo unterirdische Bauwerke (wie zum Beispiel die U-Bahn-Trasse) Baumpflanzungen nicht zulassen.

Im Bereich der Nordbahnstraße wird der äußere Radwegring um den Praterstern geschlossen. Der neue, fast durchgehend drei Meter breite Radweg verbindet dann alle Radialstraßen rund um den Praterstern, die letzte Lücke zwischen Praterstraße und Lasallestraße wird damit geschlossen. Die Ringfahrbahn für den Auto-Verkehr muss wieder in ihre alte Lage zurückverlegt werden.

Derzeit wird für den künftigen Straßenbahnausbau die Gleisanlage hergestellt. Während der EM ist Baustellenpause. Die Neugestaltung des Platzes wird nach der Euro 08 im Sommer 2008 gestartet. Im Herbst 2009 soll der neue Praterstern fertig sein.

Der neue Praterstern verfügt dann über eine supermoderne, architektonisch ausgereifte Verkehrsstation: Arch. Wimmers Bahnhof und Arch. Podreccas Platzgestaltung werden harmonisch ineinander greifen. Zum Wurstelprater hin haben schon die Neugestaltung durch das Fluc und der U2-Station, letztere gestaltet von Architekt Moosburger, sowie der Zugangswege neue Akzente gesetzt.

Neues Bürogebäude am Praterstern 5

Bereits 2004 wurde seitens der ÖBB für das noch unbebaute Grundstück am Praterstern 5 ein Architekturwettbewerb abgehalten. Als Sieger ging das Architekturteam Richter/Tillner hervor. Ziel des Ideenwettbewerbes war, geeignete Lösungsansätze für einen der hochwertigsten und zugleich sensibelsten Bauplätze Wiens zu erlangen.

Der Praterstern selbst sollte durch den neuen Komplex nicht unbeeinflusst bleiben. Denn Ziel war auch, die Einmündung der Nordbahnstraße in den "Stern" markanter zu gestalten, indem der Anfang dieser wichtigen Straßenachse durch das neue Gebäude deutlich markiert wird. Der Praterstern sollte damit ein Stück kantiger werden und sich an dieser Stelle nicht im Delta der Nordbahnstraße verlieren.

Wohnen, Einkaufen, Arbeiten und Lernen am Nordbahnhof

Mit seinen 75ha Fläche ist der Nordbahnhof eine der größten und bedeutendsten innerstädtischen Entwicklungszonen Wiens. Durch die Lage an der Achse zwischen Innenstadt und Donau-City bedeutet seine städtebauliche Entwicklung einen Impuls für die gesamte Stadt, besonders aber für den 2. Wiener Gemeindebezirk.

Bereits 1979 wurde von den ÖBB ein 200 Meter breiter Streifen entlang der Lassallestraße zur Bebauung freigegeben. Büros, unter anderem der Telekom, ein Hotel und einzelne Geschäfte beleben seit 2003 die Lassallestraße.

Aufgrund der 1991 im Gemeinderat beschlossenen "Leitlinien für die Stadtentwicklung Wiens" entstand in den 1990er-Jahren in Zusammenarbeit von Architekten, Stadtplanern, Verkehrsexperten, Soziologen und Ökologen ein Konzept für eine nachhaltige Entwicklung des Nordbahnhofs. Im Jahr 1994 wurde das "Leitbild Nordbahnhof" im Gemeinderat beschlossen. Ende der 1990er Jahre setzte die Bebauung der Remise Vorgartenstraße mit einem Nutzungsmix von Wohnen, Gewerbe-und Infrastruktur Entwicklungsimpulse für die umliegenden Bereiche.

Im Zentrum des Nordbahnhofareals entsteht derzeit der rund 3 ha große Rudolf-Bednar-Park. Hierzu hat es im Jahr 2006 einen europaweit ausgeschriebenen Gestaltungswettbewerb gegeben, den das Büro "Hager Landschaftsarchitektur AG" aus Zürich gewonnen hat. Die "Grüne Lunge" der neuen Bewohner/innen des Entwicklungsgebietes Nordbahnhof nimmt Bezug auf die Donau und die Gleise des ehemaligen Bahnhofes. Der Park wird noch heuer fertig gestellt und mit Hilfe von Mitteln der Europäischen Union kofinanziert.

Die "Bike-City" und "time 2" live mit 161 Wohnungen wird im Juli 2008 bezugsfertig. "Wohnen am Park" an der Vorgartenstraße mit 270 Wohnungen soll 2009 fertig gestellt werden.

Im März 2008 wurde für zwei Baublöcke an der Vorgartenstraße ein Bauträgerwettbewerb mit einem Volumen von über 600 Wohnungen und rund 250 Heimplätzen juriert, dessen Ergebnis demnächst präsentiert werden soll. Für einen weiteren Block an der Vorgartenstraße, direkt neben dem neuen Rudolf-Bednar-Park sind Studien für rund 200 frei finanzierte Wohnungen im Gange.

Direkt am Park soll eine Ganztagsvolksschule und ein Kindergarten nach dem Campusmodell umgesetzt werden. Im März 2008 wurde hierfür in einem Realisierungswettbewerb das Projekt der Architekten Kaufmann - Wanas ZT GmbH zum Siegerprojekt gekürt.

Die nächste Entwicklungsphase wird die Blöcke im Bereich des Parks und des Bauplatzes der Schule umfassen. Bis Ende 2011 soll hier eine - nach den Grundsätzen des "Leitbilds Nordbahnhof" entwickelte -Mischung aus Wohnungen, Büros und Studentenheim entstehen. Gleichzeitig wird die Flächenwidmung für die Neubebauung entlang der Nordbahnstraße erstellt. Auch für das geplante markante Bürogebäude direkt am Praterstern läuft bereits das Widmungsverfahren.

Die Bebauung des gesamten Geländes ist mit insgesamt rund 10.000 Wohnungen und ebenso vielen Arbeitsplätzen in Etappen bis ca. 2020 vorgesehen.

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