ÖAMTC: Zahlreiche Todesopfer auf Autobahnen wegen unzureichender Seitensicherung

70 Prozent der Unfallopfer sterben am rechten Fahrbahnrand

Wien (OTS) - Im Zusammenhang mit den tödlichen Unfällen auf der A25 am Samstag, der A1 am Sonntag und der A9 am Montag, die sich allesamt am Fahrbahnrand ohne Beteiligung weiterer Fahrzeuge ereignet hatten, weist der ÖAMTC darauf hin, dass es sich dabei um keine Einzelfälle handelt. "Derartige Unfälle häufen sich immer mehr, bereits zwei Drittel aller Autobahnunfälle passieren nach diesem Muster", erklärt Willy Matzke, Verkehrsexperte des Clubs. Tatsächlich verunglücken rund 70 Prozent aller im Autobahn-Netz Getöteten durch Kollisionen am rechten Fahrbahnrand. "Ursachen sind fehlende oder zu kurze Leitschienen. Die Autos prallen gegen Bäume, Pfeiler von Mautportalen und Brücken oder zerschellen regelrecht an Lärmschutzwänden", erläutert der Clubexperte. Zu tödlichen Fallen können auch ungeschützte Verkehrszeichen werden, die sich beim Aufprall wie Pfähle durch das Fahrzeug bohren.

"Wir haben selbst an Neubaustrecken, wie der Wiener Außenring Schnellstraße (S1), oder dem neuen Abschnitt der Süd Autobahn (A2) über die Pack mehrere gefährliche Stellen entdeckt", kritisiert Matzke. Rund zehn Jahre lang musste der ÖAMTC auf die Gefährlichkeit von Aluleitschienen hinweisen, bis sie endlich mit der Übernahme des hochrangigen Straßennetzes durch die ASFINAG mit sehr hohen Aufwänden ausgetauscht worden sind. Bezüglich der bestehenden Sicherheitslücken bei der Seitensicherung von Autobahnen fordert der Club ein wesentlich rascheres Handeln.

Der ÖAMTC tritt auch für erweiterte Unfallanalysen ein. Aus diesem Grund hat der Club beim Verkehrssicherheitsfond des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) ein Forschungsprojekt zur Unfalldatenaufnahme über die ÖAMTC-Notarzthubschrauberflotte eingereicht. "Durch moderne Unfalldatenerhebungen mittels Foto und Video kann die Dauer von Autobahnsperren nach Unfällen wesentlich verkürzt werden", meint Matzke.

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