"Magnums's First" - Ausstellung aus den 50ern im WestLicht

Wien (OTS) - Einen fotohistorischen Sensationsfund zeigt das WestLicht (7., Westbahnstraße 40) bis 18. Mai unter dem Titel "Magnum's First". Insgesamt 83 Vintage Prints berühmter Fotografen wie etwa von Henri Cartier-Bresson, Erich Lessing und Robert Capa aus den 50er Jahren waren im Keller des Institut Francais in Innsbruck vergessen und erst vor zwei Jahren wiederentdeckt worden.

Historischer Fund gibt "kriminalistische Aufgaben" auf

Zwei unscheinbare Holzkisten befinden sich im ersten Raum der Ausstellung: Darin lagerte rund 50 Jahre lang die vermutlich erste Gruppenausstellung der weltbekannten Agentur Magnum Photos. Beinahe "kriminalistische Aufgaben" stellte der Fund dem Kunsthistoriker Dr. Christoph Schaden, der aus den in den Kisten befindlichen Indizien den Originalzustand der Ausstellung rekonstruierte. Er kontaktierte drei der damaligen Fotografen, wobei sich keiner an die Schau erinnern konnte. Weitere Anhaltspunkte gaben Rezensionen aus Tageszeitungen. Hilfreich war hier ein in der Kiste befindliches Plakat mit dem ursprünglichen Titel der Ausstellung "Magnum Photo. Gesicht der Zeit". Ebenfalls zum Inhalt der Kisten gehörend:
Etiketten, die Aufschluss über die Stationen der Wanderausstellung geben, Schilder mit den Namen der Fotografen sowie eine in deutsch verfasste Anleitung über die Hängung der Bilder.

Fotografischer "Humanismus" als Thema der Ausstellung

Die verschieden färbigen Holzfaserplatten, auf denen die Bilder aufgezogen sind, geben ebenfalls Rätsel auf: Eine teilweise lieblose Anordnung der Fotos, eher unpassend erscheinende Bleistiftstriche am Rand der Platten und unmotiviert "abgeschnittene" Ränder werfen neue Fragen auf. Laut Schaden lässt dies aber vor allem darauf schließen, dass mit den Objekte schlichtweg achtlos umgegangen wurde.

Durchaus plausibel, dennoch Spekulation ist, dass hinter der Ausstellung die Intention lag, die Welt aus einer multikulturellen Perspektive zu zeigen. So sind auch Jean Marquis "Ungarn"- Serie oder Marc Ribouds Eindrücke aus Dalmatien Teil der interessanten Schau. Mittelpunkt der Ausstellung ist eine Serie von Henri Cartier-Bresson über Mahatma Gandhi. Die Fotos zeigen Gandhi u.a. wenige Tage vor seiner Ermordung im Jahr 1948. Ebenso beeindruckend: Auszüge aus Werner Bischofs fotografischem Tagebuch, die als Einzelfotos betrachtet werden sollen.

Für Schaden ist das Besondere der Ausstellung vor allem der Zeitgeist. Der "Spirit der 50er" steht im Vordergrund. Die zentrale Frage war damals, ob Bilder überhaupt berechtigt sind, an die Wand gehängt zu werden, oder ob diese nicht eher in Journalen ihren rechtmäßigen Platz finden. Die damals noch jungen Fotoreporter hatten zu dieser Zeit noch keinen künstlerischen Anspruch. Ziel war vielmehr, die Wirklichkeit wahrheitsgetreu wiederzugeben und so viel wie möglich zu publizieren.

o Nähere Infos auch im Internet unter www.westlicht.com/ oder unter der Nummer 01/ 522 66 36.

(Schluss) rav

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