"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Es geht um die Macht" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 08.04.2008

Wien (OTS) - Bei der Gesundheitsreform geht es nicht nur um viel Geld, es geht vor allem um Macht. Ärzte, Spitäler, die 22 Sozialversicherungsträger mit ihren gut 26.000 Mitarbeiter(innen), die Sozialpartner und nicht zuletzt die Bundesländer: Sie alle wollen mitbestimmen, wo es lang geht.
Diejenigen, die anschaffen wollen, sind dabei nicht diejenigen, die danach die Rechnung zahlen müssen. Gesundheit ist zudem ein höchst emotionales Gut. Das machen sich derzeit die Ärzte zunutzen, die bei jedem Sparprogramm gleich mit einer Verschlechterung der gesundheitlichen Versorgung drohen.

Wahr ist allerdings das Gegenteil. Wenn im Gesundheitssystem nicht sparsamer gewirtschaftet wird, ist es bald unfinanzierbar. Dann kommen wirklich Leistungseinschränkungen, wie sie beispielsweise in Großbritannien längst gang und gäbe sind.
Die Vorschläge der Sozialpartner sollten deshalb Ernst genommen werden. Das bedeutet zwar mehr Zentralismus in Planung und Finanzierung. Aber nur so kann das insgesamt hervorragende Gesundheitssystem in Österreich langfristig gesichert bleiben, ohne dass wir mit Sozialabgaben und Steuern finanziell ausbluten.

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