"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Dinkhauser mit Reiter möglich" (Von FRANK STAUD)

Ausgabe vom 5./6. April 2008

Innsbruck (OTS) - Wenn der schwarze AK-Präsident mit dem roten ÖGB-Chef antritt, müssen ÖVP und SPÖ zittern.

Fritz Dinkhauser hat durch Vorverlegung der Landtagswahl auf 8. Juni alle Hände voll zu tun. Keinen seiner prominenten Mitstreiter wie Fritz Gurgiser oder AK-Vize Reinhold Winkler konnte er bisher zu einem Antreten auf seiner Liste bewegen. Selbst die Unterstützungserklärungen für die Wahl, über 60 pro Bezirk, hat Dinkhauser rund 30 Tage vor Abgabeschluss noch nicht.
Jetzt naht Rettung ausgerechnet vom bisher einzigen politischen ernstzunehmenden AK-Gegner, ÖGB-Chef Franz Reiter. Dieser wurde von der SPÖ verstoßen, wie einst Dinkhauser von der ÖVP.
Den Vogel abgeschossen haben die beiden roten Nationalräte Gisela Wurm und Erwin Niederwieser, die unter Mithife von Klubchef Ernst Pechlaner den ÖGB-Obmann auf einen völlig unwählbaren Listenplatz zurückreihten. In Wahrheit wollten die Bezirke Innsbruck-Stadt und -Land SPÖ-Parteichef Hannes Gschwentner eine Machtdemonstration liefern.
Vor allem Wurm und Niederwieser stellten vorzeitig klar, dass sie ein Fixleiberl für die nächste Nationalratswahl haben wollen. Jetzt ringt die SPÖ mit dem ÖGB um Frieden. Gschwentner ist durch die Eigentore seiner ParteigenossInnen in der Defensive wie Wacker Innsbruck im Abstiegskampf.
Sollten Dinkhauser und Reiter ihre bisherigen Zwistigkeiten beilegen und gemeinsam auf einer "Hackler-Liste" antreten, können sich vor allem ÖVP und SPÖ warm anziehen. Dann sind 20 Prozent realistisch, das politische System Tirols könnte völlig auf den Kopf gestellt werden. Kein Wunder, dass von Alfred Gusenbauer abwärts alles versucht wird, um Reiter wieder ins SPÖ-Boot zu holen.

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