"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Europas Schwächen"

Viele Bürger können nicht verstehen, wozu dieser EU-Vertrag gut sein soll.

Wien (OTS) - Auf die Frage, ob sie einen Punkt des EU-Vertrages nennen können, antworteten im ORF-Report neun Prozent der Befragten richtig. Acht Prozent lagen falsch. 83 Prozent mussten bei der Frage passen: Die meisten Bürger haben nicht den Funken einer Idee, was der Vertrag von Lissabon für sie bedeutet.
Die sachliche, verständliche Information ist eine Bringschuld der Regierungen und der EU-Kommission. Sie haben es versäumt, eine - alles in allem - vernünftige, notwendige Vereinbarung unter die Leute zu bringen.
Das ist seit Langem die große Schwäche der Union: Es fehlen glaubwürdige Leitfiguren, die ohne Schönrednerei Ideen erklären und Notwendigkeiten vertreten.
Dazu kommt eine EU-Bürokratie, die resistent ist gegen Veränderungen. Statt verstärkt Übersetzerdienste zu leisten, wird in einer Geheimsprache kommuniziert.
Kein Wunder, dass es neben der aufgeschäumten Erregung in bestimmten Medien und Parteien den ehrlichen Ärger mancher Bürger gibt. Wem Europa nie nahegebracht wurde, der kann es auch nicht schätzen.

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