WKNÖ-Präsidentin Zwazl kritisiert ÖAAB-Generalsekretär wegen Äußerung zu Lehrlingskündigung:

Schlicht und ergreifend falsch!

St.Pölten (OTS) - Als schlicht und ergreifend falsch bezeichnet Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), die heutige Kritik von ÖAAB-Generalsekretär Werner Amon an der jüngst vom Ministerrat beschlossenen sogenannten "Lehrlingskündigung", wonach ein Lehrverhältnis nun jeweils einen Monat vor dem Ende des ersten und zweiten Lehrjahres beendet werden kann.

"Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass es überhaupt keinen Grund gibt, diese neue Möglichkeit zu dramatisieren und damit falsche Befürchtungen hervorzurufen!", betont Zwazl und verweist auf die ihr vorliegenden Zahlen. In Niederösterreich, wo fast 20.000 Lehrlinge ausgebildet werden, wurden im letzten Jahr nur 382 Lehrverhältnisse gelöst! "Lediglich in 31 Fällen ging die Lösung vom Lehrberechtigen aus!", klärt Zwazl auf. "Hingegen erfolgte in 96 Fällen die Lösung vom Lehrling selbst", erläutert die Präsidentin.

80 Auflösungen erfolgten einvernehmlich und 82 in der Probezeit. In 93 Fällen liegen die Gründe weder auf Seiten des Lehrherrn noch des Lehrlings: Sie scheinen zB durch eine Betriebsnachfolge oder durch die Änderung des Firmennamens in der Statistik als Lehrvertragsauflösungen auf. "Das sind die Fakten!", aufgrund derer die WKNÖ-Präsidentin die Aussagen des ÖAAB-Generalsekretärs, wonach es in 20 Prozent der Lehrverhältnisse zu einer vorzeitigen Beendigung kommen soll, "schlichtweg nicht nachvollziehen kann!"

Egal, ob es eine Schule oder ein Lehrverhältnis betrifft: Es sei selbstverständlich, so Zwazl, dass Jugendliche ihre Ausbildung wechseln, weil sie feststellen, dass der von ihnen eingeschlagene Ausbildungsweg nicht der Richtige ist. "Es ist besser, in der Probezeit oder im ersten Jahr der Ausbildung diese Entscheidung zu treffen, als unglücklich den falschen Weg zu beenden", ist Zwazl überzeugt.

Zudem sei, so Zwazl, die größere Flexibilität bei der Lösung von Lehrverträgen auch in anderer Hinsicht nur positiv zu bewerten: "Aus meinen Gesprächen weiß ich, dass viele Betriebe sich in der Vergangenheit von der grundsätzlichen Unauflösbarkeit des Lehrverhältnisses haben abschrecken lassen, Lehrlinge auszubilden!" Das war auch der Grund für die Wirtschaftskammer Niederösterreich, ein kostenloses Mediationsverfahren für die Lehrbetriebe einzurichten, um bei Auseinandersetzungen zwischen Ausbilder und Lehrling zu vermitteln. Bei unüberbrückbaren Schwierigkeiten wird gemeinsam mit den Sozialpartnern eine Lösung gefunden. "Deshalb begrüßen wir die gesetzliche Auflösbarkeit der Lehre und sind überzeugt, dass dies ein weiterer Schritt in Richtung attraktiverer Lehre sowohl für die Jugendlichen als auch für die Betriebe ist", ist Zwazl überzeugt.

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