ÖVI weist Forderungen auf Senkung der Maklerprovision zurück

Wien (OTS) - "Eine Senkung der Maklerhonorare um ein Drittel ist nicht leistbar." Mit dieser Aussage präzisiert Anton Holzapfel, Geschäftsführer des Österreichischen Verbandes der Immobilientreuhänder, die Position seines Verbandes in der aktuellen Diskussion um einen gesetzlichen Eingriff in das Honorar des Immobilienmaklers. "Keine Branche kann einen Umsatzeinbruch in dieser Größenordnung verkraften, wenn die Kosten nicht in gleichem Maße sinken. Das Gegenteil ist aber der Fall: Mietinteressenten brauchen immer mehr Zeit, um zu einer Entscheidung zu kommen. Um einen Mietvertrag erfolgreich abschließen zu können, muss der Makler weit mehr Besichtigungstermine durchführen als noch vor einigen Jahren. Kalkuliert man die Inseratkosten in den üblichen Immobilienbeilagen der großen Tageszeitungen dazu, ergibt dies, dass kleine Wohnungen schon derzeit nicht kostendeckend angeboten werden können.

Würde das Honorar wie gefordert gesenkt, könnten vor allem die Immobilienunternehmen im städtischen Bereich, die vorrangig auf Vermietung spezialisiert sind, in Zukunft nicht mehr davon leben. In der Folge müssten hunderte Mitarbeiter entlassen werden.
Die Marktmechanismen schließen aber auch aus, dass der Vermieter diese Kosten übernehmen kann, erläutert Holzapfel: Der Vermieter darf Vertriebskosten bzw. Maklerkosten weder in die gesetzlich zulässige Miete einkalkulieren, noch in der Hauptmietzinsreserve verrechnen.

Der Vergleich mit der Situation in Deutschland, der von der Arbeiterkammer ins Treffen geführt wird, hinkt: Die großen Ballungszentren wie München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg haben ein viel höheres Mietniveau als Wien. Damit ist in Summe die Kostenbelastung des Mieters in etwa gleich hoch wie in Österreich. Der ÖVI fordert den Gesetzgeber daher auf, diese radikale Maßnahme noch einmal zu überdenken.

Ebenso zurückzuweisen ist die Forderung der Arbeiterkammer, das Honorar des Maklers beim Verkauf von Eigentumswohnungen und Eigenheimen zu reduzieren. "Ein professioneller Makler erspart dem Käufer eine Menge an Zeit und Ärger. Seine Beratungstätigkeit und Recherchearbeit sichert die optimale Vorbereitung des Kaufvertrages. Die Haftung ist gerade in diesem Bereich in den vergangenen Jahren stark ausgedehnt worden." Eine gesetzliche Reduktion des Honorars würde die vielen Qualitätsverbesserungen der vergangenen Jahre zunichte machen, so Anton Holzapfel, Geschäftsführer des ÖVI, der größten freiwilligen Interessenvertretung der Immobilienwirtschaft in Österreich.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Anton Holzapfel
Österreichischer Verband der Immobilientreuhänder
Tel.: 01-505 48 75
office@ovi.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0006