Pirklhuber zu Agrotreibstoffen: "Keine Verspritung von Lebensmitteln"

Pröll ignoriert Krise des Agrotreibstoff-Marktes - Gefährliche Konkurrenz zwischen Lebens-, Futter- und Treibstoffpflanzen

Wien (OTS) - "Industrielle Agrotreibstoffe sind eine Sackgasse", erklärt Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, "denn sie führen zu einer massiven Konkurrenz zwischen Lebens-, Futtermittel und Energieverwertung. Die steigenden Preise im Lebensmittelsektor sind hier bereits ein Vorbote des Wettlaufs zwischen Agroenergie, Futterbusiness und der Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln." Als Umweltminister sollte Pröll die Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt stellen, statt auf industrielle Agrotreibstoffe zu setzen. Das würde bedeuten für Energie-Effizienz, Solartechnologie und ökologischen Landbau zu arbeiten, so Pirklhuber,

Die Beimischung von 10% Bio-Sprit zum Treibstoff bis 2010 ist völlig überzogen, weil die nötigen landwirtschaftlichen Flächen nicht zur Verfügung stehen, ist Pirklhuber überzeugt. Bereits jetzt muss Österreich biogene Kraftstoffe im Ausmaß von etwa 200.000 ha Anbaufläche importieren. Das zeigt, dass die Ziele Prölls in Sachen Agrosprit ein Irrweg sind. "Pflanzliche Treibstoffe sollten vor allem auf heimischen Rohstoffen beruhen und vorrangig innerhalb der Landwirtschaft, z.B. zum Antrieb von Traktoren, eingesetzt werden", erklärt Pirklhuber. Damit könne die Auslandsabhängigkeit bei Energie in der Landwirtschaft verringert werden. Gleichzeitig würden lange Transportwege vermieden und die Lebensmittelerzeugung langfristig krisensicher gemacht werden.

Österreich muss seine Strategie in Sachen Agrotreibstoffe umstellen. Die Grünen werden daher in einer parlamentarischen Enquete "Bio"-Treibstoffe: Bedrohung oder Segen? am 18. April die Problematik mit ExpertInnnen aus den verschiedensten Fachbereichen diskutieren", so Pirklhuber.

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