Malloth: "Politik übergeht Zusammenarbeits-Vereinbarung mit Immobilien-Experten"

"Verordnung über Standes- und Ausübungsregel für Immobilienmakler soll auf Kosten und zum Nachteil eines ganzen Berufsstandes geändert werden" - Entwurf inakzeptabel

Wien (PWK248) - "Die Immobilientreuhänder lassen sich nicht für Regierungsaktionismus missbrauchen", schlägt Prof. Thomas Malloth, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), harte Töne an. Ursache der Empörung ist die bewusste Übergehung der im Regierungsprogramm festgehaltenen "Zusammenarbeit mit der betroffenen Berufsgruppe" in der Frage der Reduktion der Provisionsobergrenze für Wohnungsmietverträge.

Der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder hat unter dieser Prämisse in mehreren Gesprächen sowohl mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums als auch der Bundesarbeiterkammer dargelegt, dass eine Reduktion der Höchstsätze bei den Provisionen für Immobilienmakler einschneidende Auswirkungen sowohl bei den Immobilienmaklern als auch bei den Konsumenten hätte. Zur selben Zeit - und ohne die Ergebnisse der Experten abzuwarten und auf deren dringliche Hinweise betreffend volkswirtschaftlich katastrophale Folgen einzugehen - wurde vom Wirtschaftsminister ein Verordnungsentwurf vorgelegt, beklagt Malloth.

"Mit dessen Umsetzung würden vor allem den Konsumenten Schaden und Nachteile erwachsen, die in keinem Verhältnis zu einer kurzfristigen Kostenersparnis von cirka 390 Euro stehen. Vor allem wenn man bedenkt, dass diese Ersparnis im Regelfall nur zwei Mal im Laufe eines Lebens wirksam wird. Vor dem Hintergrund, dass der vorliegende Verordnungsentwurf einer Vielzahl an Immobilienmaklern und deren Mitarbeitern die wirtschaftliche Existenzgrundlage entziehen wird, lehnt der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder den gegenständlichen Entwurf vollinhaltlich ab. Der Entwurf ist in keiner Weise nachvollziehbar, erst ist schlicht inakzeptabel," fasst Malloth zusammen.

Malloth gibt zu bedenken: "Muss sich nun der Immobilienmakler aus betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit aus dem Mietwohnungsmarkt zurückziehen, so ist der Konsument einem Markt mit komplexen juristischen Rahmenbedingungen ausgeliefert, auf dem ihm in der Regel Vertragspartner gegenüberstehen, die einen wesentlichen Wissens- und Informationsvorsprung haben. Dies führt unweigerlich zu einer völligen Verwilderung des Wohnungsmarktes mit allen denkbaren negativen Auswirkungen wie Geschäften im Graubereich etc."

"Besonders prangern wir am Verordnungsentwurf an", so der Fachverbandsobmann weiter, "dass sichtlich von Anfang an nicht daran gedacht war, weitere Alternativen zur Bekämpfung von Armut und Inflation zu suchen. Mit dem Ziel einer effektiv spürbaren Entlastung und einer damit einhergehenden Stärkung der Kaufktraft tritt Malloth ein für "eine Entlastung von periodisch auftretenden Zahlungsverpflichtungen, also beispielsweise durch eine maßvolle Gebührengestaltung der Kommunen bei den öffentlichen Abgaben wie Wasser- und Müllgebühren. Diese Gebühren sind in den letzten Jahren überproportional gestiegen und haben das ‚Produkt Wohnen" tatsächlich über der Inflationsrate verteuert. Dem entgegenzusteuern und zu verhindern, dass die Kommunen Wasser- und Müllgebühren de facto dazu zu verwenden versteckte Steuern einzuheben, würde dazu führen, dass die Inflation bekämpft wird und die Wohnkosten für die Bevölkerung nicht übermäßig steigen."

Der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder bemühe sich um Objektivität. Diese werde im Gegenzug aber auch von den anderen Mitwirkenden eingefordert, so der Branchensprecher der heimischen Immobilienwirtschaft abschließend. (JR)

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