AK: "Rotbuch" der Wirtschaftskammer - eine peinliche Aktion

Linz (OTS) - "Die Wirtschaftskammer ist wegen unserem Schwarzbuch Arbeitswelt beleidigt und versucht jetzt mit einem 'Rotbuch' zu kontern - eine peinliche Aktion, die niemand ernst nimmt", sagt Franz Molterer, MAS, stellvertretender Direktor der AK Oberösterreich. "Während wir kriminelle Arbeitnehmer keineswegs schützen, macht die Wirtschaftskammer de facto auch jenen Firmen die Mauer, die systematisch das Arbeitsrecht verletzen."

Bezeichnend ist laut Molterer die äußerst dünne Faktenlage im "Rotbuch": "Da wird eine Handvoll konkreter Fälle angeführt und zugleich ein österreichweiter Schaden von drei Milliarden Euro behauptet. Das ist eine Phantomzahl. Die Wirtschaftskammer kann keine Zahl nachgewiesener Fälle von Mitarbeiterkriminalität angeben und nennt für Oberösterreich nicht einmal eine ungefähre Schadenssumme. Trotzdem stellt sie in den Raum, dass die Mitarbeiterkriminalität steigt. Das ist einfach unseriös."

Molterer verweist auf die krasse Unverhältnismäßigkeit in der Argumentation der Wirtschaftskammer: "Die wenigen Beschäftigten, um die es im 'Rotbuch' geht, wurden strafrechtlich verfolgt und haben ihren Arbeitsplatz verloren. Auch wir von der Arbeiterkammer verweigern den Rechtsschutz, wenn kriminelles Verhalten nachweisbar ist. Dagegen können Unternehmer, die ihren Mitarbeitern den Lohn und sonstige Ansprüche vorenthalten, das oft viele Jahre immer wieder tun - tatsächlich mit Rückendeckung der Wirtschaftskammer."

Allein im Jahr 2007 haben die Arbeitsrechtsexpertinnen und -experten der AK gut 220.000 Beratungen geleistet. In mehr als 16.000 Fällen hat die AK ihre Mitglieder kostenlos vertreten. Der Erfolg kann sich sehen lassen: 86,2 Prozent der strittigen Ansprüche wurden schließlich durchgesetzt. In Geld ausgedrückt hat die AK den von ihr arbeitsrechtlich Vertretenen im Vorjahr rund 43 Millionen Euro verschafft.

"Angesichts dieser Zahlen wäre es falsch, nur von wenigen 'schwarzen Schafen' unter den Firmen zu sprechen", betont Molterer. "Wir lehnen aber jedes Pauschalurteil ab."

Die AK lädt die Wirtschaftskammer ein, wieder aus dem Schmollwinkel herauszukommen. "Wenn das 'Rotbuch' eine Retourkutsche sein soll, dann ist sie missglückt", stellt der stellvertretende AK-Direktor fest. "Die Wirtschaftskammer sollte das Schwarzbuch eigentlich begrüßen, weil die dort aufgezeigten Arbeitsrechtsverletzungen zu Wettbewerbsverzerrungen und damit zu Nachteilen für die vielen korrekt handelnden Unternehmen führen. Recht muss einfach Recht bleiben!"

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