Höchstarbeitszeitgrenzen und die Realität

Ärztekammer für Niederösterreich begrüßt Normalisierung der Arbeitszeiten in Krankenhäusern

Wien (OTS) - "Es ist höchste Zeit, dass den Überschreitungen von Arbeitszeitgrenzen für angestellte Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Dienst ein Riegel vorgeschoben werden soll," sagt Dr. Gallob, Vizepräsident der Ärztekammer für NÖ und Kurienobmann der angestellten Ärzte.

Es muss jedoch mit allem Nachdruck klargestellt werden, dass die Regelarbeitszeitgrenzen, welche durch die EU-Gesetzgebung definiert sind, NICHT 72 Stunden/Woche betragen. Die Regelarbeitszeit für Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus ist mit 48 Stunden pro Woche festgelegt! Nur in Ausnahmewochen darf die Wochenarbeitszeit bis auf 60 Stunden angehoben werden. Eine weitere Ausdehnung der Arbeitszeiten ist nur im Einvernehmen mit den betroffenen Ärztinnen und Ärzten möglich und mit Betriebsvereinbarungen festzuschreiben. Diese Ausdehnung wird primär deshalb in Anspruch genommen, weil auf Grund der geringen Personalressourcen eine durchgehende Versorgung der PatientInnen nicht möglich wäre. Die geringe Ärztezahl in Relation zur hohen Leistungsdichte ist auch Ausdruck der finanziellen Wertschätzung der Arbeit einer Krankenhausärztin oder eines Krankenhausarztes. Der Grundgehalt ist weiterhin als inadäquat zu werten, da Nettostundenlöhne von Euro 8,39 bis 18,06 wohl kaum als großzügige Wertschätzung bezeichnet werden können.

Dr. Gallob weiter: "Die Qualität der Arbeit von Ärztinnen und Ärzten im öffentlichen Dienst kann nur mit lebbarer Arbeits- und Lebensqualität weiterentwickelt werden. Die Arbeitsbelastung vor allem in den Schwerpunktkrankenhäusern hat bereits ein Maß erreicht, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr länger ertragen können."

Dr. Gallob abschließend: "Wir Spitalsärztinnen und Spitalsärzte fordern daher eine faire Wertschätzung unserer Arbeit. Weiters fordern wir eine Gleichbehandlung unserer Arbeitszeitobergrenzen mit allen anderen EU-Bürgern und lehnen eine Festschreibung einer Ausnahmeregelung ab!"

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