Getreide ist zu kostbar, um verspritet zu werden!

Breite Front gegen Biospritzugabe

Wien (PWK247) - In der Diskussion, ob Biosprit zu teuer, zu unökologisch oder gar zu gefährlich sei, appellieren die Bäcker Österreichs an die politisch Verantwortlichen: Getreide ist zu kostbar, um verheizt und verspritet zu werden! "Es darf nicht vergessen werden, dass es sich bei Getreide nicht um irgendeinen Rohstoff handelt, sondern um ein wertvolles, naturbelassenes Lebensmittel. Bei den ohnehin knappen Anbauflächen sollte der Lebensmittelproduktion uneingeschränkt der Vorrang gegeben werden", fordert Heinz Hofmann (Bundesinnungsmeister der Bäcker).

Verfechter der Biotreibstoffproduktion beteuern, dass in der EU-27 ohnehin nur 1,5 % der Getreideernte verwendet wird. Der letzte Sommer hat jedoch gezeigt, dass die zunehmende Biospritproduktion gemeinsam mit anderen Faktoren ausgereicht hat, um das Getreide weltweit massiv zu verteuern. Wird die Beimischmenge in Österreich künftig auf 10% gesteigert, ist laut Expertenmeinung eine Anbaufläche von 670.000 ha notwendig. Dem stehen 1,4 Mio ha Ackerland in Österreich gegenüber. Aufgrund dieser großen Konkurrenzierung müsste künftig die fehlende Menge entweder an Brotgetreide oder an Biosprit aus dem Ausland importiert werden - auf jeden Fall ein schwerer Schlag für die CO2 Bilanz!

"Die österreichischen Bäcker stehen zur Verarbeitung heimischer Agrarrohstoffe. Wir wollen nicht gemeinsam mit den österreichischen Konsumenten die Leidtragenden eines energiepolitischen Experiments werden. Wir Bäcker stehen in den Verkaufsgeschäften und müssen unmittelbar vor unseren Kunden Verteuerungen, die durch diese Entwicklung ausgelöst werden, vertreten. Das ist weder unseren Kunden noch uns zumutbar", stellt Heinz Hofmann klar.

Er stellt sich damit auch gegen manche beschwichtigende Argumentation von Bauernvertretern, die glaubhaft machen wollen, dass sich eine Getreidepreiserhöhung ohnehin nur geringfügig auswirke. "Tatsächlich führen so massive Getreidepreiserhöhungen wie im Sommer 2007 über die weiteren Stufen der Wertschöpfungs- und Dienstleistungskette zu einem empfindlichen Kostendruck auf die Endprodukte. Vergleiche zwischen dem Preis für rohe Getreidekörner und Brot und Gebäck waren in Zeiten des Tauschhandels vielleicht richtig, nicht jedoch in einer hoch entwickelten Produktions- und Dienstleistungsgesellschaft wie der unsrigen. Alle Beteiligten sollten daher ein weiteres Anheizen der Preissituation bei den Agrarrohstoffen unterlassen" appelliert Heinz Hofmann. (us)

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