Zwerschitz: "Vom Jahr der Komasäufer zum Jahr der Kriminellen"

Grüne fordern differenziertere Betrachtung jugendlicher Realitäten

Wien (OTS) - "Eine unheilige Allianz zwischen verantwortungsloser Regenbogenpresse und alarmistischen PolitikerInnen sorgt in letzter Zeit dafür, dass Jugendliche nur mehr pauschal als Problemfälle wahrgenommen werden", stellt Barbara Zwerschitz, Jugendsprecherin der Grünen, fest. "War 2007 noch das Jahr des Komasaufens, hat der Boulevard heuer ganz offensichtlich das Jahr der Kriminalität ausgerufen; die Message lautet: Alle Jugendlichen sind potenzielle GewalttäterInnen." Dabei sei bemerkenswert, welch haarsträubende Methoden zum Einsatz kommen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. "Online-Umfragen werden als wissenschaftliche Studien verkauft, Statistiken selektiv interpretiert. Ganz besonders widerlich sind jedoch in Zeitschriften veröffentlichte Fotos von Jugendlichen, in denen diese mit Augenbalken unkenntlich gemacht werden sollen. Damit wird eindeutig suggeriert, dass es sich bei den Abgebildeten um Kriminelle handelt - was aber ganz einfach nicht stimmt."

Gerade in Anbetracht des komplexen Problems jugendlicher Gewalttaten sei es fahrlässig, Jugendliche in simplifizierender Absicht über einen Kamm zu scheren. "Jugendliche Realitäten sind eben vielfältig", argumentiert Zwerschitz. "Gerade heuer, im Jahr des interkulturellen Dialogs, wäre es für PolitikerInnen angebracht, zu einer differenzierteren Betrachtung zu gelangen, in vorurteilsfreien Dialog mit den verschiedenen Jugendkulturen zu treten und ihnen auch tatsächlich Perspektiven zu bieten - denn dies ist vermutlich das einzig taugliche Mittel, um Jugendgewalt zu verhindern."

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