Grüne Wien fordern jährlichen Bericht über Wiener Schulwesen

Jerusalem: Planlosigkeit muss ein Ende haben

Wien (OTS) - Einen jährlichen "Bericht über das Wiener Schulwesen" verlangt die Schulsprecherin der Grünen Wien, Susanne Jerusalem von Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl: "Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, zu erfahren, was sich im Schulwesen tut". Sie werde in der nächsten Sitzung des Landtages einen entsprechenden Antrag einbringen. Derzeit gebe es aus zu vielen Themen aufschlussreiche schriftliche Berichte, die im Gemeinderat und im Landtag diskutiert würden, nur die Schule schotte sich perfekt ab. Es gebe nicht nur keinen Bericht, auch Anfragen würden derart schleißig bis nicht beantwortet, dass man unwillkürlich den Verdacht hege, hier würden der Öffentlichkeit wichtige Dinge vorenthalten. "Diese Schweigsamkeit ist eine Schwester der Vertuschung und entspricht einem modernen offenen Schulsystem nicht", kritisiert Jerusalem.

Neben Eckpfeilern wie Schulbau, Schulsanierung, Raummanagement, Ausbau der ganztägigen Schulplätze, Förderungsmaßnahmen für Kinder mit Migrationshintergrund, Inklusion, Zahl der entfallenden Unterrichtsstunden, Reformpädagogik, Innovation usw., sollten auch Maßnahmen der Schulentwicklung und "good practice Modelle"beschrieben werden.

"Mich würde auch interessieren, was aus den Ankündigungen von Präsidentin Brandsteidl eigentlich geworden ist", empört sich Jerusalem und erinnert an einige Pressekonferenzen der Präsidentin. Brandsteidl kündigte am 13.11.2007 ein Begabungssiegel für Volksschulen an, "gibt es schon eine Schule, die dieses Siegel hat?" Am 29.11.2007 forderte die Präsidentin in Folge der bescheidenen Leseergebnisse der PIRLS-Untersuchung die Einrichtung eines Lesekompetenzzentrums, "was wurde daraus?" Am 7. Dezember kündigte Brandsteidl an: "Der Wiener Stadtschulrat will künftig alle Bewerber um eine Lehrer-Stelle einem Eignungstest unterziehen", danach herrschte wieder Funkstille. Angeblich, so Jerusalem gebe es eine eigene Arbeitsgruppe dafür im Stadtschulrat. Von den zahlreichen Ankündigungen bezüglich Präsentation des Modells Neue Mittelschule, wolle sie gar nicht reden, denn Landeshauptmann Häupl habe ihr in der letzten Landtagssitzung versichert, es gebe noch kein Konzept, aber es werde noch vor dem Sommer etwas präsentiert.

"Ich erlaube mir abschließend eine Frage an Landeshauptmann Häupl", so Jerusalem: "Wie lange will sich Wien diese Planlosigkeit im Schulwesen eigentlich noch leisten?"

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