Kranzniederlegung am Grab General Wilhelm ZEHNER

Das Bundesheer gedenkt des ersten militärischen Opfers des Nationalsozialismus

BMLV (OTS) - Anlässlich des 70. Todestages des Staatssekretärs für Landesverteidigung General Wilhelm Zehner, findet am 10. April 2008 um 1100 Uhr am Döblinger Friedhof eine Kranzniederlegung des Bundesheeres statt. In Vertretung des Herrn Bundesministers für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos wird der designierte Leiter der Sektion IV und derzeitige Leiter des Führungsstabes des Bundesministeriums für Landesverteidigung Generalleutnant Mag. Christian Segur-Cabanac die Kranzniederlegung vornehmen. Neben militärischen Vertretern wird auch die Tochter General Zehners Frau Annemarie Scherb teilnehmen.
General Wilhelm Zehner war als Staatssekretär für Landesverteidigung maßgeblich am Wiederaufbau und an der Modernisierung des Bundesheeres der Ersten Republik beteiligt.
Zehner war, wie der Chef des Generalstabes Feldmarschalleutnant Alfred Jansa, entschiedener Gegner des nationalsozialistischen Deutschlands. Mit seiner Haltung geriet Zehner daher in Konflikt mit Hitler-Deutschland. Nach den Zwangspensionierungen Jansas im Februar und Zehners im März 1938, fiel eine wesentliche Säule des österreichischen militärischen Widerstandes gegen Hitler weg. Etwa einen Monat später sollte Zehner seine Haltung mit dem Leben bezahlen. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um keinen Selbstmord gehandelt hat.
Zehner, der immer offen für einen Kampf gegen Hitler-Deutschland eingetreten war, starb als österreichischer Patriot, der bereit war, sein Vaterland bis zuletzt zu verteidigen!
Die Traditionspflege des Bundesheeres schließt in ihrem letzthin gültigen Erlass nicht nur die Pflege der bisher gehandhabten militärischen Tradition, beginnend von der k.u.k. Armee, über das Bundesheer der Ersten Republik und dem Vorläufer des Bundesheeres, der B-Gendarmerie, sondern auch jene Personen ein, die sich für die Befreiung und Freiheit Österreichs in den Jahren 1938 bis 1945 eingesetzt haben. So wurde u.a. der Innenhof des Verteidigungsministeriums nach Major Carl Szokoll benannt und an der Heeresunteroffiziersakademie im Jahr 2004 eine Gedenktafel für Oberstleutnant Robert Bernardis enthüllt. Bernardis war bekanntlich am Hitler Attentat am 20. Juli 1944 beteiligt.
Mit der Kranzniederlegung wird das Österreichische Bundesheer seinem ersten prominentesten und zugleich tragischsten Opfer des Nationalsozialismus die Ehre erweisen, die ihm im April 1938 verwehrt geblieben ist. Durch den Akt der Kranzniederlegung soll auch ein aktives Zeichen für die "gelebte Traditionspflege" und die besondere Würdigung von Opfern des Nationalsozialismus im Bundesheer gesetzt werden.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Landesverteidigung
Presseabteilung
Tel: +43 1 5200-20301
presse@bmlv.gv.at
http://www.bundesheer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLA0001