Neues Volksblatt "Makulatur" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 1. April. 2008

Linz (OTS) - Eines muss man der SPÖ-Gesundheitssprecherin lassen:
Sie setzt beim Rauchen auf ein Thema, bei dem jeder mitreden kann. So stellt man sich die Lufthoheit über den Stammtischen vor. Kein Wunder, dass Genosse Haider seiner Parteifreundin in Wien gleich widersprochen hat.
Dass Frau Oberhauser mit ihrem Vorstoß für ein generelles Qualmverbot in Lokalen genau das tut, was zum letzten großen Krach zwischen den Koalitionsparteien geführt hat - nämlich dem Gegenüber etwas über die Medien auszurichten - kann man noch als schlechten Stil bewerten. Nach der Erfahrung mit Gusenbauers Steuerreform-Ultimatum hätte man bei der SPÖ eigentlich etwas mehr Lernfähigkeit erwartet. Aber das ist ja auch nicht der Punkt, denn wesentlich gravierender ist der saloppe Umgang mit dem Regierungsprogramm. Gut, man kann sagen, das ist nicht das Evangelium. Aber einer ganzen Branche zu vermitteln, es werden "räumlich abgetrennte Raucherzonen" kommen und dann etwas ganz anderes zu wollen, ist letztklassig. Wenn alles Makulatur ist, was vor 14 Monaten vereinbart wurde, fördert das nicht gerade die Glaubwürdigkeit des erst eine Woche alten Regierungsneustarts.

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