"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Den Beruf verfehlt"

Die Gesundheitsministerin lehnt ein Rauchverbot ab. Darf das wahr sein?

Wien (OTS) - Kann bitte irgendjemand Andrea Kdolsky daran
erinnern, dass sie GESUNDHEITS-Ministerin ist? Dann würde sie vielleicht ihre Linie ändern und endlich fordern, was in ihrer Position selbstverständlich wäre und in den meisten EU-Ländern längst umgesetzt ist: Ein generelles Rauchverbot in Lokalen.
Wo auch immer der radikale Schritt gesetzt wurde - sei es in Italien, in Irland, in England oder in Spanien -, hat er sich bewährt. Die Raucher sind froh, dass sie nicht mehr ständig zum Qualmen verleitet werden. Das Personal atmet durch, weil es nicht mehr passiv rauchen muss. Und selbst die anfangs kritischen Wirte geben zu, dass ihre Umsätze nicht eingebrochen sind - im Gegenteil:
Es kommen jetzt auch jene ins Lokal, die zuvor wegen des Gestanks zu Hause geblieben sind.
Seien wir ehrlich, die österreichische Lösung mit den "getrennten Bereichen" funktioniert nicht. In den meisten Lokalen stehen die Nichtraucher-Tische neben den Raucher-Tischen - oder sie sind ins letzte dunkle Eck gleich vorm WC gezwängt.
Kdolsky sollte nicht länger vor der Gastronomen-Lobby in ihrer Partei in die Knie gehen. Und für den Nichtraucher-Schutz eine ordentliche Gesundheitspolitik machen. Sonst hat sie ihren Beruf verfehlt.

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