Hundstorfer: "Gewerkschaften waren und sind Kämpfer für Demokratie"

Viele Gewerkschafter im ersten Transport ins KZ-Dachau; ÖGB mahnt zur Pflicht gegenüber den Opfern des Nazi-Regimes

Wien (ÖGB) - "Die Geschichte bestätigt, dass Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter immer schon für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde gekämpft haben und kämpfen. Viele Gewerkschafter wurden mit dem ersten Transport ins KZ-Dachau deportiert", erklärt ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer im Gedenken an den ersten Gefangenentransport ins Konzentrationslager Dachau am 1. April 1938.++++

"Prominententransport" nannten die Nazischergen den ersten Transport von 151 ÖsterreicherInnen ins Konzentrationslager Dachau am 1. April 1938. Politiker und Gewerkschafter, Christlichsoziale, Monarchisten, Sozialdemokraten sowie Kommunisten, rund ein Drittel davon jüdischer Abstammung waren es, die in die "Hölle der Unmenschlichkeit" verschickt wurden. Unter ihnen Franz Olah, der spätere ÖGB-Präsident, Johann Staud, der Vorsitzende der Staatsgewerkschaft, Stefan Billes, später ÖGB-Landessekretär im Burgenland, Alois Küblböck, später Mitglied des ÖGB-Bundesvorstandes für die Fraktion Christlicher Gewerkschafter.

Ihnen folgten tausende weitere Opfer aus dem gewerkschaftlichen Bereich, weil sie jüdischer Herkunft waren und/oder Widerstand gegen die Nazis leisteten. "Unter Einsatz ihres Lebens in den Betrieben, in den Verwaltungsstellen, an den Universitäten oder als Partisanen haben viele ArbeitnehmerInnen aktiv am Widerstand teilgenommen Mit ihrem mutigen und selbstlosen Einsatz haben sie ein wichtiges Fundament zur Befreiung Österreichs gelegt", so Hundstorfer.

Er weist darauf hin, dass auch heute noch in vielen Ländern Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wegen ihres Engagements für Menschenwürde und Demokratie verfolgt werden. "Der jährliche Bericht des Internationalen Gewerkschaftsbundes über die Verletzung von Menschenrechten zeigt auf, dass alleine 2006 144 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wegen ihres Engagements getötet wurden."

Hundstorfer: "Woher man kommt, wo man steht und wohin man will, weiß man nur, wenn man sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt und Konsequenzen daraus zieht. Der Einsatz unserer Kolleginnen und Kollegen während des Nazi-Regimes muss in uns die Verantwortung zur Bekämpfung aller intoleranten und extremistischen Strömungen wach halten. Das ist unsere Pflicht gegenüber den Opfern der Nazi-Diktatur."

Dem entspricht auch das Statut des ÖGB: Demnach ist der ÖGB "zur Wahrung der Unabhängigkeit und Neutralität, sowie zur Wahrung der in der Verfassung verankerten Rechtsstaatlichkeit unseres Landes in einem sozialen Europa, zur Bekämpfung des Faschismus, jeder Reaktion und aller totalitären Bestrebungen, zur Mitarbeit an der Sicherung des Weltfriedens und der Menschenrechte, …" verpflichtet.

ÖGB, 31. März 2008 Nr. 192

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