Nichtraucher: Falschinterpretation deutscher Urteile erschwert Verhandlungen

Wolf: Differenzierte Regelung gerade im Interesse kleiner Betriebe notwendig - Generelle Rauchverbote wurden in Deutschland per Gerichtsentscheid aufgehoben

Wien (PWK228) - Überrascht zeigt sich Thomas Wolf, Geschäftsführer des Fachverbands Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich, nicht nur über die Kehrtwende der SPÖ in den Verhandlungen rund um den Nichtraucherschutz sondern besonders über die offensichtliche Fehlinterpretation deutscher Gerichtsentscheide durch SPÖ-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser.

"Wenn der Verfassungsgerichtshof in Rheinland Pfalz das totale Rauchverbot für Ein-Raum Betriebe aufhebt, weil diese nach Meinung des Gerichts damit in ihrer Existenz bedroht sind, ist es völlig absurd, wenn die Gesundheitssprecherin der SPÖ dieses Urteil für ein totales Rauchverbot in Österreich ins Treffen führt", so Wolf. Auch bei den Gerichtsurteilen in Sachsen und Saarland begründeten die Richter die vorläufige Aussetzung des Rauchverbotes für Ein-Raum-Gaststätten gerade damit, dass diese durch ein Rauchverbot schwere, nicht wieder gutzumachende Nachteile erleiden. Es ist einfach eine Tatsache, dass gerade in ausschankorientierten kleinen Gastronomiebetrieben der Anteil von Rauchern überproportional hoch ist. Diese Gäste bleiben im Falle eines generellen Rauchverbotes aus, wie wir aus den Erfahrungen des benachbarten Auslands wissen.

WK fordert: Partnerschaftliche Verhandlungen statt Kehrtwende aus politischem Kalkül

Wolf fordert die SPÖ und Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser auf, die internationalen Erfahrungen nicht zu verzerren und zu einem konstruktiven und partnerschaftlichen Verhandlungsstil zurückzukehren. "In der Frage des Nichtraucherschutzes ist es wichtig, das richtige Augenmaß zu behalten und nicht vorschnell und wider besseres Wissen ein totales Rauchverbot auszusprechen. Die Gastwirte waren immer zu konstruktiven Verhandlungen bereit und wir haben selbst bereits sehr viele erfolgreiche Maßnahmen zum Nichtraucherschutz umgesetzt. Der jetzt angesichts der Koalitionssituation eingeschlagene Stil passt nicht ins Bild der bisherigen Verhandlungen und enttäuscht uns sehr".

Wie in vielen Fragen gibt es laut Wolf eben auch in der Frage des Rauchverbotes in der Gastronomie nicht nur Schwarz oder Weiß. Es gilt, unter Berücksichtigung der national gewachsenen Gastronomiekultur und zu erwartender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Auswirkungen einen Kompromiss zu finden, der sowohl für die Wirte als auch für die Gäste und die Angestellten ein partnerschaftliches Miteinanders von Rauchern und Nichtrauchern in der heimischen Gastronomie garantiert. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Gastronomie
Dr. Thomas Wolf
Tel.: (++43) 0590 900-3560
gastronomie@wko.at
http://diegastronomie.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0004