Das Fußballstadion zwischen Erdwall und Mega-Event

"University Meets Public"(UMP)- Vorträge in Volkshochschulen mit Schwerpunkt Fußball

Wien (OTS) - Ist ein Fußballstadion "nur" ein Instrument der Stadtentwicklung? Welche stadt- und verkehrsplanerischen Bedeutungen kommen einem Wiener Stadion zu? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich Univ.Ass. DI. Dr. Paul C. Pfaffenbichler von der Technischen Universität Wien. Er ist aber nicht nur Experte für Verkehrsplanung. Pfaffenbichler ist auch begeisterter Experte in Sachen Fußball. So ist es für den Kenner des runden Leders ein Leichtes die "Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm zu holen."

Stadion ist nicht gleich Stadion

Grundsätzlich kann schon ein "primitiver" Fußballplatz mit seitlich aufgeschütteten Erdwallen ein Stadion sein, erläutert Pfaffenbichler. Die Entwicklung aber geht hin zu "High-Tech Stadien mit Einkaufszentren, Fanshops und Restaurants. Der Experte nennt diese Phase etwas abschätzig "Disneyfizierung". Vorbild dabei ist das nordamerikanische "Mega-Event". Er selbst hingegen ist ein Anhänger des puristischen Stils im englischen Sinne. Das heißt, keine Laufbahn trennt die Fans vom Geschehen und kein unnötiger Firlefanz lenkt vom sportlichen Geschehen ab. Ihm sei dabei aber bewusst, so Pfaffenbichler dass diese Ansicht eher die sportlichen, als die geschäftlichen Interessen stärke. Aber nicht nur diese Fragen beschäftigen den eingefleischten Wiener Sportclub-Fan. Für ihn ist ein Fußballstadion auch eines der wichtigsten Instrumente der Stadtplanung.

Mit der Bim zum Stadion

Für die Errichtung eines Stadions sind mehrere Faktoren wichtig:
die Erreichbarkeit, das Zuseherpotential und natürlich ausreichend Platz. Bereits beim Stadionbau um 1900 wurde auf die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln geachtet. Bereits 1866 fuhr eine Pferdetramway der Wiener Tramway-Gesellschaft (WT) in der Hernalser Hauptstraße und erreichte dabei auch den Standort des späteren Sportclub-Platzes. Ab Sommer 1901 wurde die "Pferde-Bim" durch die elektrische Tramway der Bau- und Betriebsgesellschaft für städtische Straßenbahnen in Wien (BBG) ersetzt. Zum Rapidplatz auf der Pfarrwiese konnten die "Grün-Weißen" ab 1903 mit der elektrische Tramway der Neuen Wiener Tramway-Gesellschat (NWT) pilgern. Auch heute reisen 90 Prozent der Wienerinnen und Wiener mit einem öffentlichem Verkehrsmittel zu den Spielstätten an. Aber was wäre ein Spiel ohne Zuseher? Daher wurden auch bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts Fußballplätze in die Nähe von Gemeindebauten errichtet. Wie etwa in Favouriten. Der potentielle Fan sollte es nicht weit haben, da die meisten zu Fuß oder im besten Falle per Rad unterwegs waren. Auch heute gibt es verschiedene Ansichten wo ein Stadion zu stehen hat. Manche sehen die Zukunft in der Nähe von Bürokomplexen, andere hingegen an der Peripherie.

Der große Boom des europäischen Stadionbaus endete in den 1930er Jahren und entwickelte sich erst in den 1970er Jahren weiter. Heute gibt es in Wien noch 13 bestehende Stadien und Fußballplätze. Als Stadien im engeren Sinn sieht der Experte aber nur fünf davon: Ernst Happel-Stadion, Hanappi-Stadion, Franz Horr-Stadion, Hohe Warte und Sportclub-Platz. Letzterer aus dem Jahre 1904 ist der älteste noch bespielte in Wien und zählt natürlich zu Pfaffenbichlers persönlichen Favoriten.

Daten zu Pfaffenbichler: Fußball und Boxen

Pfaffenbichler wurde 1963 in Steyr geboren. Er studierte an der technischen Universität Maschinenbau und technische Wissenschaften. Seit 2000 ist er Universitätsassistent für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik. Er war Gastprofessor an der "ETSI Universidad Politécnica de Madrid" in Spanien. Pfaffenbichler ist stolzes Mitglied im Wiener Sportklub und im FC St. Pauli. Darüber hinaus ist der Sportbegeisterte Ringrichter des Landesverbandes Wien des Österreichischen Amateurboxverbandes. Auf die Frage wie er die Europameisterschaft verfolgen wird, lächelt der volksnahe Wissenschafter: "Höchstwahrscheinlich in einem Beisl mit einem Bier."

UMP-Vorträge

Die Vorträge "Städte und ihre Fußballstadien" anlässlich der EURO 2008 von Univ. Ass. DI. Dr. Paul C. Pfaffenbichler im Rahmen der Volkshochschulreihe "University meets public" finden am 7. April 2008 von 18.30 bis 20.00 Uhr in der Volkshochschule Penzing und am 14. April von 19.00 bis 20.30 Uhr im Volksbildungshaus Urania statt. Der Eintritt beträgt jeweils 5 Euro.

o Weitere Informationen unter: Mag. Michaela Pedarnig Die Wiener Volkshochschulen Pressereferentin Tel.: 0664/841 5394 michaela.pedarnig@vwv.at

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