Darabos: "Seit zehn Jahren gemeinsam für Frieden und Sicherheit"

Steter Aufwärtstrend der Anzahl von Soldatinnen beim Österreichischen Bundesheer

Wien (BMLV) - Seit zehn Jahren besteht für Frauen die Möglichkeit, als Soldatin Dienst beim Österreichischen Bundesheer zu versehen. Am 1. April 1998, also vor nunmehr 10 Jahren, rückten die ersten neun Soldatinnen zum Österreichischen Bundesheer ein. Seither sind Soldatinnen von der Militärpilotin bis zur Militärseelsorgerin in allen Funktionen und Waffengattungen beim Bundesheer tätig geworden, Panzerkommandantinnen zählen ebenso dazu wie Ärztinnen oder Technikerinnen. "Seit nunmehr zehn Jahren sind Soldatinnen ein integraler, wichtiger Bestandteil der österreichischen Streitkräfte. Sie gewährleisten mit hohem persönlichem Engagement Schutz und Hilfe - in Österreich und weit über unsere Grenzen hinaus. Mein erklärtes Ziel ist es, diesen Anteil in den nächsten Jahren noch weiter zu erhöhen", erklärte dazu heute, Montag, Verteidigungsminister Mag. Norbert Darabos in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Korporal Diana Schmid und Hofrat Thomas Mais, Leiter des Heerespersonalamtes.

Mit Ende März 2008 leisten insgesamt 311 Soldatinnen ihren Dienst beim Österreichischen Bundesheer. Darüber hinaus gehören 222 Frauen der Personalreserve an. 31 Frauen befinden sich zurzeit im Auslandseinsatz. Der derzeit höchste von einer Frau erreichte Dienstgrad ist Oberstarzt, der höchste Unteroffiziersdienstgrad ist Offiziersstellvertreter. Da beim Bundesdienst eine geschlechtsunabhängige Entlohnung gilt, ist gleicher Lohn für gleiche Arbeit beim Österreichischen Bundesheer längst Realität.

Besondere Steigerung bei Auslandseinsätzen innerhalb der letzten eineinhalb Jahre.

Besonders positiv ist die Entwicklung des Anteiles an Frauen bei internationalen Einsätzen innerhalb der letzten eineinhalb Jahre. So waren noch 2006 nur 16 Frauen im Auslandseinsatz, mit heute sind es bereits 31. Dies ist eine Verdopplung innerhalb von nur wenigen Monaten. Verteidigungsminister Mag. Norbert Darabos: "Ich führe dies auf die zahlreichen Verbesserungen des Jahres 2007, v.a. auf die von mir verantwortete Attraktivitätssteigerung des Auslandseinsatzes von Frauen, zurück. Ich hoffe, dass sich dieser Trend fortsetzt und immer mehr Frauen den Beruf der Soldatin ergreifen. Daran werden wir in den nächsten Monaten und Jahren weiter arbeiten und die Karrieremöglichkeiten noch attraktiver gestalten und breiter kommunizieren." Damit erfüllt das Österreichische Bundesheer auch die Intentionen der UNO-Resolution 1325 mit dem darin festgehaltenen Ziel, die aktive Beteiligung von Frauen an der Beilegung von Konflikten zu verstärken. "Die so wichtige Einbindung von Frauen stellt ein enormes Potenzial dar, um längerfristigen und stabilen Frieden zu gewährleisten. Sie ist unabdingbar", so Verteidigungsminister Norbert Darabos.

Zudem werde noch im ersten Halbjahr 2008 mit speziellen Kommunikationsmaßnahmen in der Zielgruppe der jungen Frauen über die vielfältigen Möglichkeiten des Dienstes beim Österreichischen Bundesheer, insbesondere auch über die zahlreichen Möglichkeiten der Berufsweiterbildung, informiert werden.

Eine "Frau der ersten Stunde" war Korporal Diana Schmid, derzeit Sanitäterin beim Panzergrenadierbataillon 35 (Großmittel). Sie rückte am 1. April 1998 in Strass (Steiermark) ein und absolvierte in ihrem Wehrdienst eine Ausbildung zur Sanitäterin. Aufgrund dieser Berufsausbildung und einem Angebot aus der Wirtschaft beendete sie ihren Dienst beim Bundesheer und arbeitete als Filialleiterin in einem Sanitäts- bzw. Krankenbedarfsunternehmen. Seit Jahresbeginn 2008 bereitet sie sich auf ihren Dienst als Soldatin in einer Kaderpräsenzeinheit bzw. einem Auslandseinsatz als Sanitäterin ab Herbst 2008 vor. "Und ich bin sehr gerne wieder zurückgekommen. Denn nur das Österreichische Bundesheer bietet optimale Weiterbildungsmöglichkeiten und gibt mir gleichzeitig die Chance, nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland meinen Beitrag bei humanitären Einsätzen, etwa im Katastrophenschutz, aber auch im Rahmen von friedensschaffenden Operationen, zu leisten. Als Frau kann ich hier völlig gleichberechtigt meine Erfahrung und Ausbildung einbringen", sagt dazu Korporal Diana Schmid.

Heerespersonalamt als "Implementator" von Frauen im Österreichischen Bundesheer.

Für alle Fragen rund um den Soldatenberuf für Frauen zeichnet das Heerespersonalamt (HPA) verantwortlich. Zahlreiche Informationsveranstaltungen, Vorbereitungswochenenden und spezielle Berufsberatungen bereiten interessierte Frauen auf den Soldatenberuf vor und begleiten Soldatinnen auch während ihrer Berufslaufbahn. Dazu der Leiter des Heerespersonalamtes Hofrat Thomas Mais: "Die Integration von Frauen als Soldatinnen in das Österreichische Bundesheer ist eine echte Erfolgsgeschichte. In nur einem Jahrzehnt ist es den Kommandanten aller Ebenen gelungen, Soldatinnen nicht nur auszubilden, sondern ihren Kameradinnen auch Führungsverantwortung zu übertragen. Als gut integrierter Teil moderner Streitkräfte nehmen unsere weiblichen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften jede militärische Herausforderung an, in Österreich und fern der Heimat bei den Auslandseinsätzen des Bundesheeres."

Wehrrechtsänderung im Jahr 1998 brachte Zugang für Frauen zum Soldatenberuf

Durch das Bundesgesetzblatt mit dem "Gesetz über die Ausbildung von Frauen im Bundesheer" das am 14. Jänner 1998 ausgegeben wurde, änderten sich eine Reihe andere Gesetze und ermöglichten so für Frauen den Zugang zum Österreichischen Bundesheer. So wurde auch der Artikel 9a des Bundes-Verfassungsgesetzes über die Landesverteidigung um einen Absatz ergänzt: "(4) Österreichische Staatsbürgerinnen können freiwillig Dienst im Bundesheer als Soldatinnen leisten und haben das Recht, diesen Dienst zu beenden." Gleichzeitig wurde bei den Dienstgraden auch der geschlechtsneutrale Begriff "Rekrut" statt des Begriffes "Wehrmann" eingeführt. Da Frauen in Österreich nicht wehrpflichtig sind, wurden die Wehrdienstarten um jene des "Ausbildungsdienstes" ergänzt. 2005 erfolgte die Öffnung des Ausbildungsdienstes auch für Männer, welche aufgrund ihrer freiwilligen Meldung länger als die gesetzlich vorgeschriebene Wehrpflicht dienen wollen.

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Mag. Answer Lang
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