Greenpeace startet Anzeigen-Welle gegen Autoindustrie

Mangelhafte CO2-Angaben in der Autowerbung führen zur Täuschung der Kunden

Graz (OTS) - Zwanzig Greenpeace-Aktivisten nehmen heute bei der Automesse AutoEmotion 2008 in Graz die aktuellen Werbemittel und Ausstellungsräume der Autohersteller unter die Lupe und werden Verstöße gegen das Personkraftwagen-Verbraucherinformationsgesetz (PKW-VIG) in Folge zur Anzeige bringen.

Das PKW-VIG verpflichtet die Autoindustrie dazu, den Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen gut lesbar zu platzieren und den Kunden damit die Möglichkeit zu geben, sich für sparsame Autos entscheiden zu können. "Die Autohersteller verabsäumen jedoch sehr oft, die CO2-Emissionen deutlich anzuführen, um die Klimaschädlichkeit ihrer Fahrzeuge zu kaschieren", kritisiert Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. "Die CO2-Emissionen stehen nämlich sehr oft im Widerspruch zur viel gepriesenen, vermeintlichen Umweltfreundlichkeit der jeweiligen Modelle, wodurch die Kunden getäuscht werden", so Schinerl.

Im PKW-VIG wird festgehalten, dass Autowerbungen in allen Werbemitteln - also auch bei Plakatwerbungen, Aushängen und in Zeitungsinseraten - die CO2-Emissionen und den Treibstoff¬verbrauch auszuweisen haben. Ziel dieses Gesetzes ist es, den Konsumenten Informationen zum Verbrauch neuer Modelle zu liefern. Daher müssen diese Angaben laut Paragraph sieben des PKW-VIG "gut lesbar und nicht weniger hervorgehoben als die hauptsächliche Werbebotschaft..." sowie "...bereits bei flüchtigem Lesen leicht verständlich sein". Die Autoindustrie verweigert das in den meisten Fällen aber, indem die CO2-Werte, wenn überhaupt, nur im Kleingedruckten angeführt werden.

Nachdem Greenpeace letzte Woche damit begonnen hatte, einzelne Werbemittel von Autofirmen zur Anzeige zu bringen, haben Automarken wie Honda und KIA inzwischen versichert, ihre Werbungen auf Gesetzeskonformität zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. "Die Autohersteller müssen ihren Kunden die Möglichkeit geben, sich für sparsame Autos entscheiden zu können. Ansonsten werden sie sich weiterhin den Vorwurf gefallen lassen müssen, potenzielle Käufer bewusst hinters Licht zu führen", so Schinerl abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Niklas Schinerl, Greenpeace
Tel.: 0664-6126704

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