"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Kindische Farbenlehre"

Der Streit über den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze ist eine Zumutung.

Wien (OTS) - Wenn es gegen den Bund geht, dann ziehen alle Bundesländer an einem Strang. Das ist eigentlich eine Grundregel der österreichischen Politik. Wenn es aber um ideologische Grundsatzthemen geht, gilt selbst das nicht. Und die Kinderbetreuung ist so ein Thema, das ideologisch behaftet ist wie kaum ein anderes. Deshalb verlaufen die Streitlinien hier streng farblich getrennt:
Die schwarzen Länder (NÖ, OÖ, Tirol, Vorarlberg) und das orange Land (Kärnten) wehren sich gegen eine Vereinbarung mit dem Bund zum Ausbau der Kinderbetreuungsplätze. Die roten Länder (Wien, Burgenland, Steiermark, Salzburg) haben den Plänen zugestimmt. Es ist müßig zu erwähnen, dass sich schon die rote Frauenministerin und die schwarze Familienministerin sehr schwer getan haben, gemeinsam die jetzt kritisierten Förderrichtlinien zu formulieren.
Dieser Streit ist, vorsichtig formuliert, eine Zumutung und reichlich kindisch: Dass Kinderbetreuungsplätze fehlen, ist eine Tatsache. Vor allem in den ländlichen Regionen ist es oft sehr schwierig, gute und bedarfsgerechte Plätze zu finden. Dann wird endlich Geld bereitgestellt (60 Millionen Euro bis 2010), und die Politiker(innen) denken offenbar wieder nur an ihre Parteien und nicht an die Kinder, die Mütter und die Väter.

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