Gusenbauer zu Olympiade in China: Gemeinsame europäische Vorgangsweise notwendig

Wien (SK) - "Ich gehöre zu denen, denen die Situation in Tibet ein Anliegen ist", betonte Bundeskanzler und Sportminister Alfred Gusenbauer am Freitag im Rahmen einer Buchpräsentation, deshalb habe er als einer der wenigen Repräsentanten in Europa den Dalai Lama empfangen. "Man darf nicht die Augen verschließen vor Gewalt und Menschenrechtsverletzungen", so Gusenbauer zur aktuellen Situation. Eine Nichtteilnahme der Sportler an den Olympischen Spielen halte er dennoch nicht für sinnvoll, für viele sei eine Olympia-Teilnahme der Höhepunkt ihrer Karriere. Allerdings sei es eine andere Frage, wie man politisch mit den Spielen in Peking umgehe und ob politische Repräsentanten unbedingt an der Eröffnungsfeier teilnehmen müssten. Dies werde derzeit diskutiert, so Gusenbauer, er sei jedenfalls für eine gemeinsame europäische Vorgangsweise, denn "das ist ein klassischer Fall für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik". Er selbst "schließe die Nichtteilnahme nicht dezidiert aus." ****

"Jede Entscheidung, wo olympische Spiele stattfinden, ist eine politische Entscheidung", so Gusenbauer. Das Olympische Komitee habe diese Entscheidung in Kenntnis der Situation Chinas getroffen, genauso wie man sich bei den Winterspielen für Sotchi entschieden habe. Jetzt gehe es darum, China zur Einstellung der Gewalt zu bewegen. Man müsse darauf achten, dass die Olympischen Spiele "nicht zu einer Propagandaveranstaltung zur Legitimation von Gewalt" werden, sondern Spiele des Friedens bleiben.

Gusenbauer wies auch darauf hin, dass auch der Dalai Lama zur Mäßigung und Gewaltfreiheit aufgerufen habe und dass auch dieser für eine Abhaltung der Olympiade sei. Er sei überdies der Meinung, dass in der Tibet-Frage noch nicht das letzte Wort gesprochen sei, es sei für die chinesische Führung "nicht lustig", international am Pranger zu stehen. "Es besteht noch immer die Chance, dass etwas Gutes dabei heraus kommt", so der Bundeskanzler. (Schluss) sw

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